Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Linke Restposten und demokratisch legitimierte Kriegszustände Nicht nur mancher Wähler findet die Namensänderung verwirrend. Auch in der PDS selbst hat man ein ambivalentes Verhältnis zum neuen Etikett „Linkspartei“, vor allem was das Wahlkampfmaterial angeht, das in diesen Tagen verteilt wird. Petra Pau zum Beispiel, Bundestagsabgeordnete der PDS für MarzahnHellersdorf, verteilt weiterhin wacker Kugelschreiber, Feuerzeuge und Plastiktüten an die Wähler, auf denen außer „PDS“ nichts anderes steht – Restposten aus früheren Wahlkämpfen. Zusätzlich gibt es aber auch schon einige Gimmicks mit der Kurzform des reformierten Namens: „Die Linke. PDS“ steht zum Beispiel auf frisch bedruckten Brausepulvertüten (Slogan: „Wenn sonst nichts mehr prickelt“) oder Päckchen mit Pfefferminzbonbons („Scharf auf der Zunge, frisch im Kopf“). Für sich selbst hat Pau übrigens die Umbenennung auch noch nicht vollzogen: Beim Bundestagspräsidenten ist sie nach wie vor als PDS-Abgeordnete registriert. Erst in den nächsten Tagen will sie sich als Vertreterin der Linkspartei bei Wolfgang Thierse ummelden. lvt

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M ieke Senftleben hat eine „rätselverrückte“ Familie, erzählt die FDP-Politikerin. Entsprechend dieser Leidenschaft haben die fünf Kinder am vergangenen Wochenende ihre Eltern auf die Probe gestellt. Als Mieke und Axel Senftleben mit Freunden ihre Silberhochzeit feierten, mussten sie vor den Gästen Rätsel raten. Nicht gleich auf Anhieb wusste Frau Senftleben, dass man „Stellenpflaster“ auch mit Ortsverband übersetzen kann. Wesentlich schneller kam die FDP-Politikerin allerdings auf die Lösung, was ein „demokratisch-legitimierter Kriegszustand“ ist. In diesem Zustand befinden sich zurzeit alle Politiker: im Wahlkampf. sib

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