Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Eine rasante Reise in die Türkei und ein vermisster FDPAbgeordneter Mit Motorsport kann Dilek Kolat nicht viel anfangen. Letzte Woche machte die SPD-Abgeordnete eine Ausnahme. Gemeinsam mit acht Berliner Parteifreundinnen war sie zu Besuch in ihrem Herkunftsland Türkei, unter anderem um über neue Projekte der Partnerstädte Istanbul und Berlin zu sprechen. Dabei besuchten die Politikerinnen auch den jüngst eröffneten Formel-1-Ring, auf dem der Kampf um den Großen Preis der Türkei ausgetragen wurde. Kolat sah live, wie Michael Schumacher nach einer Kollision ausschied und befand: „Das war ein Erlebnis.“ Regelmäßige Formel-1-Zuschauerin will sie trotzdem nicht werden. Viel spannender als die Rennautos unten auf dem Ring waren für die Sozialdemokratin die Gespräche im VIP-Turm. Da plauderte sie unter anderem mit Ministerpräsident Erdogan über die Wahlen in Deutschland. Zuvor hatte sie sich mit Politikerinnen von Erdogans islamisch geprägter Partei AKP getroffen. Das Gespräch begann freundlich, sagt Kolat – aber als die Berlinerinnen ihren türkischen Kolleginnen eine Kopie des Berliner Neutralitätsgesetz auf den Tisch legten, demzufolge öffentlich Bediensteten das Kopftuchtragen untersagt ist, da verflog die gute Stimmung. Die Türkinnen waren empört. lvt

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Monatelang haben sie in der FDP-Fraktion unter dem Abgeordneten Wolfgang Mleczkowski gelitten. Alle paar Tage machte der frühere Spandauer Bezirkschef Ärger. Erst kam heraus, dass er die Buchführung seiner liberalen Untergliederung nicht ganz unter Kontrolle hatte. Dann stritt er mit Landeschef Markus Löning und Fraktionschef Martin Lindner, die ihn freundlich, aber entschieden auf die Sanktionen für den Fall hinwiesen, dass er die Finanzen nicht in Ordnung brachte. Nebenher verursachte der Mann mit dem starken Trieb in die Öffentlichkeit noch Aufregung, als er mehrfach mit der Polizei aneinandergeriet. Dann schloss die FDP-Fraktion Mleczkowski genervt aus – bei allem Respekt vor seiner schwierigen Lage: Mleczkowski leidet an Parkinson – auch darüber hat er öffentlich gesprochen. Den Spandauer Vorsitz will er per Parteigerichtsverfahren zurück erobern – jetzt aber ist er verschollen. Per Post ist Mleczkowski nicht zu erreichen. Durch eine Zeitungsanzeige machte die FDP ihn auf den Verhandlungstermin 22. Oktober aufmerksam. wvb.

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