Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Von getrennt feiernden Kampfpartnern und störanfälligen Wahlmaschinen Gemeinsam wahlkämpfen – getrennt feiern. So wollen es die Partner der Zweckbeziehung von Linkspartei/PDS und WASG am Sonntag halten. Während die PDS auf dem Schlossplatz in einem Festzelt den Ergebnissen entgegenfiebern wird, will sich die WASG auf einem PartySchiff in Friedrichshain versammeln. „Bei uns haben viele das Bedürfnis, unter sich zu feiern“, sagt WASG-Mann Ralf Krämer. Der kandidiert als Zeichen der politischen Annäherung für die PDS, wenn auch auf einem so gut wie aussichtslosen Listenplatz. Eine „Gegenveranstaltung“ soll die WASG-Feier aber nicht sein, sagt Krämer. Zwar gebe es nach wie vor viele WASG-Mitglieder, denen die PDS wegen ihrer Regierungsbeteiligung in Berlin politisch nicht geheuer ist. Aber am Sonntagabend wolle man auch mal bei der PDS vorbeischauen. Deren Parteichef Stefan Liebich lädt ausdrücklich auch die WASG ein, wie er sagt. „Wir haben trotz inhaltlicher Differenzen gemeinsam gekämpft, also können wir uns auch gemeinsam freuen.“ lvt

Mensch oder Maschine? Der Vize-Parlamentspräsident Christoph Stölzl will, dass es menschelt im Parlament. Nach dem grotesken Verfahrensstreit im Abgeordnetenhaus, als eine Vier-Parteienkoalition für das kommunale Wahlrecht ab 16 erst im zweiten Anlauf eine Mehrheit fand, philosophierte Stölz über den modernen Parlamentsbetrieb. Das sei doch eine recht altmodische, körperliche, an Rede und Gegenrede, somit am menschlichen Miteinander orientierte Institution. Da sei eine Abstimmungsmaschine mit ihren undurchschaubaren Macken und Tücken fehl am Platz. Ihr will sich der CDU-Mann möglichst nicht mehr anvertrauen. Zumal sie zwölf Jahre alt ist – ein EDV-Dinosaurier. Trotzdem lässt sich nicht übersehen, dass die peinliche Panne am Donnerstagabend nicht nur auf technisches, sondern auch auf menschlichem Versagen zurückging. Einige SPD-Abgeordnete waren im Kasino, auf den Fluren oder sonst wo unterwegs anstatt abzustimmen. Ihnen wurde inzwischen von den eigenen Leuten völlig unmaschinell der Kopf gewaschen. za

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