Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Ein grüner Abschied in die USA und die SPD zu Besuch bei Albert Einstein Hätte es noch Flugplätze in die USA gegeben, wäre der 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit, für Jeannette Martins ein „cooles Abreisedatum“ gewesen. „Als Ostler hätte man vor 17 Jahren doch nie daran gedacht, irgendwann einmal in die USA auswandern zu können“, sagt die gebürtige OstBerlinerin und Grünen-Abgeordnete. So fliegt die 37-Jährige zwei Tage später am 5. Oktober ab und folgt den drei Kindern und ihrem Mann nach Kalifornien, wo er als Biochemie-Professor an der Universität von Davis/Sacramento arbeitet. Die Entscheidung, in die USA zu gehen, sei für sie ein „sehr schwerer Schritt“ gewesen, erzählt sie. Sie liebe Berlin, und die Politik habe ihr auch immer Spaß gemacht. Ihr Nachfolger ist der 43-jährige Grüne Thomas Birk, der lange Jahre in der Kommunalpolitik in Charlottenburg-Wilmersdorf tätig war. Birk wird die Grünen-Fraktion im Verwaltungsreform- und Petitionsausschuss vertreten. sib

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Manche kamen mit den Rädern, die anderen fuhren am Freitag mit der S-Bahn aus der Stadt hinaus zum Betriebsausflug – nach Caputh. Die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, ein Betrieb der besonderen Sorte, nutzte den milden, nur wenig regnerischen Frühherbsttag für eine Besichtigung des Einstein-Hauses und des Schlosses Caputh, bevor die Parlamentarier und Mitarbeiter zum gemütlichen Teil übergingen. Ehrfürchtig standen die Genossen vor dem Schaukasten mit einem Brief von Albert Einstein aus dem Jahr 1932. Gemeinsam mit Käthe Kollwitz und Thomas Mann hatte der weltberühmte Physiker den SPD-Chef Otto Wels und den KPD-Chef Ernst Thälmann aufgefordert, den erbitterten Streit zwischen den linken Parteien beizulegen und gegen die Nazi- und Kriegsgefahr einen Einheitsblock zu bilden. Ach ja, die Einheit der Linken brennt auch den Sozialdemokraten jetzt wieder auf der Seele. Einsteins Brief wurde damals nicht beantwortet. za

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