Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Die erste parlamentarische Handlung und eine „weise“ Sozialdemokratin Seine erste Erfahrung als NeuParlamentarier hat der Grüne Thomas Birk mit der Annahme seines Mandats gemacht. Nachdem Birk, der für Jeannette Martins nachgerückt ist, in der Innenverwaltung seine Unterschrift geleistet hatte, hörte er ein Gespräch an der Pförtnerloge. Ein Mann wünschte Mitarbeiter des Landesdenkmalamts im Alten Stadthaus in der Klosterstraße in Mitte zu sprechen. Nachdem der Pförtner unter vier Telefonnummern keinen einzigen Behördenmitarbeiter erreicht hatte, erklärte er dem Besucher, das Amt habe zweimal pro Woche telefonische Sprechstunde – eine davon sei heute und deshalb könne der Mann persönlich jetzt auch nicht vorstellig werden. Diese Logik verstand der Mann nicht, weil trotz telefonischer Sprechstunde auch niemand den Hörer abnahm. Thomas Birk stellte sich als Abgeordneter vor, der künftig für die Grünen im Verwaltungsreform- und Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses sitzt. Er bat den Mann, diesen Vorfall doch als Petition einzureichen. Und bot an, gerne selbst als Zeuge zur Verfügung zu stehen. sib

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Sie ist mit Berlin fest verwachsen und verwebt. Jutta Limbach ist hier geboren und aufgewachsen, hat an der Freien Universität studiert und dort seit 1972 als Professorin für Zivilrecht gelehrt. Im rot-grünen Momper-Senat war sie Justizsenatorin. Erst dann zog sie die Kreise weiter und saß dem Bundesverfassungsgericht vor. Seit 2002 ist sie nicht etwa im Ruhestand, sondern Chefin des Goethe-Instituts. Nun hilft die rastlose Berlinerin in Europa aus. Das Komitee der Ministerbeauftragten des Europarates hat die Sozialdemokratin in den „Weisenrat“ gewählt, der den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte modernisieren soll. Mal sehen, was sie anschließend noch vorhat. za

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