Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Frackmodelle statt Umzugskartons und besinnliche Elche für SPDPolitiker Ein richtiges Arbeitsgefühl hat sich bei der Linkspartei im Bundestag noch nicht einstellen können. Nach wie vor haben nicht alle der 54 Parlamentarier Büros, oder sie haben Büros, dafür keine Telefone oder Computer. Manche wiederum sind schon „Besitzer“ von Büros, sitzen aber mangels Mobiliar auf dem Boden. Die Bundestagsabgeordnete Petra Pau zeigt deshalb auf ihrer Homepage „Chaos-Impressionen“. Pau und Gesine Lötzsch sind die einzigen Linkspolitikerinnen, die seit 2002 im Bundestag sitzen – nun gewähren sie Parteifreunden Asyl in ihren Räumen. Offenbar hat die Bundestagsverwaltung Wichtigeres zu tun als den Parlamentariern beim Um- und Einzug zu helfen: Aus Anlass der Einführung des ersten Frackmodells für die Saaldiener des Bundestags vor 50 Jahren wird eine „anschauliche Informationspräsentation historischer und aktueller Frackmodelle“ zusammengestellt. Eröffnung ist laut interner Hausmitteilung am 7. November.

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Für die SPD war der vergangene Montag ein schwarzer Tag. Als SPD-Fraktions- und Parteichef Michael Müller in sein Büro kam, hörte er vom Rückzug von Parteichef Müntefering. Müller erholte sich von der Schrecksekunde, holte einen Elch mit Weihnachtslaterne, einen roten Holzstern und ein Teelicht hervor, stellte alles auf seinen Schreibtisch und zündete die Kerzen an. Müller suchte nach Ruhe und Besinnlichkeit. Doch bald hatte er seinen Humor wieder. Seinen Mitarbeitern sagte er: „Das bleibt jetzt erst mal auf dem Tisch. Wer weiß, was noch alles passiert.“ Sabine Beikler

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