Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Zur Weihnachtsfeier lädt die Grünen-Fraktion traditionell viele Gäste ein. Da muss vor allem die musikalische Untermalung des Fraktionschors stimmen. Am Dienstag traten die Abgeordneten Lisa Paus und Thomas Birk mit dem herzerweichend vorgetragenen Liebeslied „Something stupid“ auf. Das Original ist von Frank und Nancy Sinatra, vor ein paar Jahren kam das Remake von Robbie Williams mit Nicole Kidman. Die Grünen hatten auch noch andere Songs parat. In Abwandlung von „Mit 17 hat man noch Träume“ von Peggy March tönte es: „Als Mehdorn hat man noch Träume. Da wachsen noch alle Bäume. In den Himmel der Züge.“

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SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller erhielt von der CDU-Fraktion eine Einladung zu ihrem Neujahrsempfang. Müller schrieb irritiert zurück: „Ich komme gern, wenn Sie wirklich wollen, dass ich komme. Auf Wunsch bringe ich die gesamte SPD-Fraktion mit.“ War der Brief ein Irrläufer? Nein, antwortete auf Anfrage die CDU. Angesichts der großen Koalition im Bund gehöre es jetzt „zum guten Ton“, auch die SPD einzuladen. Man würde sich freuen, im Gegenzug auch zum SPD-Neujahrsempfang geladen zu werden. Das wiederum liegt nicht in der Absicht der SPD-Fraktion.

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Auch die Sozialisten veranstalten Weihnachtsfeiern. In diesem Jahr stand das besinnliche Ereignis unter dem Stern der Versöhnung: Mit ihren Senatoren Heidi Knake-Werner und Thomas Flierl feierte die PDS-Fraktion in der Kapelle des evangelischen Krankenhauses Herzberge in Lichtenberg. Bei Schweinefleisch, Klößen, Rot- und Grünkohl wurden unterm beleuchteteten Weihnachtsbaum kleine innerfraktionelle Reibungen beseitigt. Passend zur weihnachtlichen Stimmung sprach Fraktionschef Stefan Liebich über die Vorzüge des Wertekundeunterrichts. Der Atheist hat bei seiner Ansprache direkt unterm Kreuz gestanden, wie Genossen genüsslich beobachteten. Sabine Beikler

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