Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Wer wissen will, wie die Uhren in der ehemaligen Hauptstadt ticken, der sollte ab und zu den „Bonner Generalanzeiger“ lesen. In dessen jüngster Ausgabe wettert Frithjof Kühn , Landrat des lieblichen Rhein-Sieg-Kreises, über einen „weiteren Verstoß gegen das Berlin-Bonn-Gesetz“. Mit der Genehmigung des Umzuges des AOK-Bundesverbandes von Bonn nach Berlin habe die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt schweren Schaden angerichtet. Dabei spricht sie so schön rheinländisch. Ihre Entscheidung werde, so fürchtet Kühn, eine Sogwirkung auf weitere Verbände haben. Was solle es da noch bringen, fragte der Landrat, das Berlin-Bonn-Gesetz in einem Begleittext zur Hauptstadtklausel zu bestätigen? Die Ministerin sei wohl dem Berliner Zentralisierungswahn verfallen. Ja, in Bonn ticken die Uhren anders. za

So richtige Innenpolitiker schätzen einander auch nach den üblichen brachialen Auseinandersetzungen im Innenausschuss. Man weiß parteiübergreifend, was man aneinander hat, und man pflegt die Streitlust der anderen Seite mit kleinen Geschenken. In diesem Sinne vermachte der Vormann der CDU im Innenausschuss, Generalsekretär Frank Henkel , dem geschätzten Kollegen Innensenator Ehrhart Körting ein schönes altes Lichtbild. Es zeigt Henkel, Körting und den Tyrannosaurus Rex der Berliner Innenpolitik, Heinrich Lummer, in einer Sitzung, alle mit ernsten Gesichtern. Henkel hatte das Schwarzweiß-Foto von seinen Eltern bekommen. Denen war es beim Aufräumen in die Finger gefallen. Jetzt kann Körting in der Innenverwaltung darüber sinnen, ob sich Henkel und Lummer politisch näher stehen als Henkel und er. wvb.

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