Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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In der FDP Charlottenburg-Wilmersdorf wird es bald weniger rauflustig zugehen. Einer der beiden Konkurrenten um Platz eins auf der Bezirksliste für das Abgeordnetenhaus verzichtet: Alexander Ritzmann will nicht wieder Abgeordneter werden. Der innenpolitische Sprecher und Streiter für die Bürgerrechte macht nach fünf Jahren und mit gerade 33 Jahren einen Schnitt: Er habe nie direkt oder indirekt von der Partei leben wollen, schreibt er seinen liberalen Freunden. Jetzt will er „zurück ins wirkliche Leben“, sagt er. Der FDP Charlottenburg bleibt er als Vormann verbunden. Ritzmanns Rivale um den Listenplatz eins, Christoph Meyer, sagt, er bedauere den Rückzug. wvb.

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Der Wahlkampf in Charlottenburg-Wilmersdorf wird spannend. Klaus Wowereit für die SPD, Christoph Meyer für die FDP, Peter Schwenkow für die CDU – und auch Jochen Esser von den Grünen möchte in dem Westbezirk antreten. Nachdem der Abgeordnete Esser vom Interesse des Konzertveranstalters Schwenkow am Einzug ins Parlament gehört hat, will er ihn jetzt einladen, ihn einen Tag lang im Abgeordnetenhaus zu begleiten. Schwenkow sagte nämlich, er könne sich gut vorstellen, Politik und Beruf miteinander zu verbinden: Das zweifelt Esser gründlich an. Zwar ist das Abgeordnetenhaus ein Halbtags-Parlament, doch kommt Esser „nicht vor zwölf Stunden“ Arbeit nach Hause: Hauptausschuss, Beteiligungsausschuss, Arbeit im Fraktionsvorstand. Ob sich das Schwenkow neben seinen beruflichen Tätigkeiten zutraut? Er gehe nicht davon aus, sagt Esser, dass ein Kandidat, der den ersten CDU-Listenplatz in Charlottenburg-Wilmersdorf erhalten soll, im Parlament ein „Hinterbänklerdasein“ fristen will, sondern aktiv mitgestalten möchte. Und das nicht nur ein paar Stunden am Tag. sib

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