Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Es war, als träfen zwei Indianerstämme aus dem Amazonas zum ersten Mal aufeinander. Und das im Trausaal des Rathauses in Marzahn, wo am Mittwoch der CDU-Vizefraktionschef Michael Braun und der PDS-Kulturexperte Wolfgang Brauer miteinander über die innere Einheit diskutierten. Gastgeberin war die linke BVV-Vorsteherin Petra Wermke , die mit dem parteilosen Marzahner Optikermeister Terl regelmäßig Bürgergespräche organisiert – unter dem griffigen Slogan: „Wermke trifft Terl“. In diesem Fall trafen Ost und West aufeinander: kiezverbundene Marzahner und Parteifreunde Brauns aus Steglitz-Zehlendorf. Meine Güte, es ging hoch her. Von der De-Industrialisierung des Ostens über die neuen Leiden der Wessis bis zur Kubafreundlichkeit der PDS wurde alles leidenschaftlich diskutiert. Von innerer Einheit war wenig zu spüren. Vielleicht gibt es in einem Jahr einen Gegenbesuch der Marzahner im Rathaus Zehlendorf. za

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Vor ein paar Monaten erlebte der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Manfred Wilke eine unangenehme Überraschung. Er stürzte auf einer Reise in Moskau so unglücklich, dass er sich ein Bein brach. Eine sehr angenehme Überraschung dagegen erlebte der Geschichtsprofessor, als er in dieser Woche Gast bei der Premiere des Kinofilms „Das Leben der Anderen“ war. Das Stasi-Drama unter anderem mit Martina Gedeck, Ulrich Mühe und Sebastian Koch hatte die Kinobesucher so mitgenommen, dass sich die meisten noch den Abspann ansahen. Auch Wilke, der sich darüber freute, dass ihm in seiner Funktion als Leiter des SED-Forschungsverbundes an der Freien Universität gedankt wurde. Als Wilke dies hoch erfreut Parteifreunden erzählte, antworteten sie ihm: „Na, das ist doch kein Beinbruch“. sib

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