Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Das Verhalten der SPD-Senatoren sprach am Donnerstag während der Debatte über den Umgang mit SED-Unrechtstaten im Abgeordnetenhaus Bände: Schulsenator Klaus Böger beugte sich über Akten, Justizsenatorin Karin Schubert schaute immer wieder an die Decke und bei der grimmigen Miene des Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit hatte man das Gefühl, es platzt ihm gleich der Kragen. Niemand hatte Verständnis für die abstrakte Erklärung von Kultursenator Thomas Flierl (Linkspartei) über sein Fehlverhalten auf einer Veranstaltung mit Ex-Stasi-Kadern. Weil man den Ärger über Flierl nicht offen sagen möchte, greift man wie Böger zu gezielten „Tricks“. Der Schulsenator lädt am 3. April 700 Schüler und Lehrer zum Kinofilm „Das Leben der Anderen“ ein, in dem die Stasi-Methoden und der Alltag im SED-Staat thematisiert werden. Die Beschäftigung mit der DDR-Vergangenheit sei wesentlicher Unterrichtsstoff. „Aufklärung tut Not, wenn man die verklärenden Tendenzen der jüngsten Zeit ernst nimmt“, schreibt Böger in der Presseerklärung. Vielleicht sollte Thomas Flierl auch noch einmal die Schulbank drücken.

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Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Reiner Felsberg hat es mit einem Bandscheibenvorfall schwer erwischt. Er liegt in der Abteilung physikalische Therapie der Charité. Auch von SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller und dem parlamentarischen SPD-Geschäftsführer Christian Gaebler erhielt Felsberg Genesungswünsche: eine Karte mit dem Konterfei von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und sinngemäßem Text, mit diesem Foto könne nun nichts mehr schief gehen. Felsberg hat sich über diese Grüße sehr gefreut. Aber noch mehr freut ihn, dass er mit seiner körperlichen Anwesenheit in der Charité aktiv etwas für die Erhaltung des Bettenhauses macht. Aus alter Verbundenheit: Reiner Felsberg war lange Jahre Wirtschaftsleiter in der Charité. Sabine Beikler

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