Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Jetzt wird es ernst – auch für den Entertainer Peter Schwenkow . Er startet am Sonntag in den Wahlkampf, denn er will für die CDU in Grunewald-Halensee ins Abgeordnetenhaus einziehen. Im Restaurant „Scheune“ werden den geladenen Parteifreunden ein Bier, ein Schnitzel mit Bratkartoffeln oder wahlweise eine Schlachteplatte gereicht. Kostenbeteiligung: fünf Euro. Schwenkow will seine Wahlkampfkasse offenbar nicht gleich beim Auftakt überstrapazieren. New Orleans Jazz und Samba-Klänge sind im Preis inbegriffen. Schließlich ist der CDU-Kandidat Konzertmanager. Er hat sich sogar mit dem früheren RBB-Journalisten Bernd Bogumil einen Pressesprecher zugelegt. Der CDU-Ortsverband gelobt, Schwenkow „mit allen unseren Mitteln und unserem Können zu unterstützen“. Immerhin heißt der SPD-Gegenkandidat im Wahlkreis Klaus Wowereit. Beide kennen, mögen und duzen sich. za

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Zunächst waren die Herren in der FDP-Fraktion irritiert, als die Parteifreundin Mieke Senftleben in dieser Woche zum Ladies Lunch einlud: Mancher Liberale dachte an weibliche Verschwörung und Ausgrenzungstendenzen. Die geladenen 60 Damen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kümmerten sich aber überhaupt nicht um die männlichen Befürchtungen und hörten im Restaurant „Oktogon“ am Leipziger Platz gespannt den liberalen Vorstellungen zur Wirtschafts-, Kultur-, Bildungs- und Familienpolitik zu. Einer der wenigen Hähne im Korb war FDP-Fraktionschef und Spitzenkandidat Martin Lindner. Der FDP-Politiker befürwortet zwar die weibliche Emanzipation, lehnt aber sprachliche Formalismen – etwa die Einführung einer Rede- statt Rednerliste oder Sprecherinnen statt Sprecher – ab. Als Lindner vor den Damen beim Lunch über die Fehler der Steuerpolitik sinnierte, sagte er, dass viele Entscheidungen zu Lasten der Steuerzahler gingen. Da schallte es ihm geballt entgegen: „Steuerzahlerinnen, bitte!“ Herr Lindner lächelte nur. Potenzielle Wählerinnen möchte auch er nicht vergrätzen. sib

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