Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Sage keiner, die Grünen verstünden nichts von Wirtschaft. Der Haushaltsfachmann Oliver Schruoffeneger förderte am Dienstag den Konsum eines – logisch! – fair gehandelten Kaffees, indem er seine Fraktionskollegen zum Geburtstagsumtrunk einlud. Vor dem Abgeordnetenhaus bot das Projekt Stadtkaffee die verflüssigte Version der „Berliner Bohne“ an, laut Eigenwerbung „aus biologischem Anbau“ und „schonend verarbeitet“, also nicht so sauer wie die gute alte Sandinodröhnung aus Nicaragua, mit der Generationen von Grünen und Alternativen ihre Magenschleimhäute provoziert und ruiniert haben. Die „Berliner Bohne“ ist offenbar gut verträglich: Die Fraktion der Grünen wirkte zwei Tage nach Schruoffenegers Geburtstagskaffee, bei der Feier von 25 Jahren grüner Politik im Abgeordnetenhaus, munter und wohlgenährt.

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Zu dieser Feier übergaben Fraktionschef Martin Lindner und Geschäftsführer Steffen Saebisch im Namen der Liberalen ein Olivenbäumchen für den kleinen Garten der Grünen auf dem Dach des Abgeordnetenhauses. Das war übrigens das einzige Geschenk der Konkurrenz an die Grünen. Lindner legt Wert auf die Feststellung, der Olivenbaum sei nicht als Friedensangebot gemeint – dafür steht die Pflanze symbolisch. Geschäftsführer Saebisch, der die Idee mit dem Bäumchen hatte, denkt an etwas ganz anderes: Er will mal sehen, wie dem Olivenbaum die Kernkompetenz der Grünen bekommt und ob das Gewächs gedeiht. wvb.

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