Berlin : HINTER DEN KULISSEN

-

Grünen-Verkehrspolitikerin Claudia Hämmerling staunte, als sie vor einer Woche Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) auf einer Tagung der Grünen-Bundestagsfraktion traf. Ihre Parteifreunde wollten mit Sarrazin, Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee über die Zukunft der Bahn diskutieren. Mehdorn und Tiefensee ließen sich nicht blicken, dafür aber Sarrazin, der von 2000 bis 2001 bei der DB für die Konzernrevision und als Vorstandsmitglied für die Infrastrukturplanung verantwortlich war. Vehement lehnte Sarrazin den von Mehdorn geforderten integrierten Börsengang der Bahn ab, also das Netz mitsamt Infrastruktur und der Betrieb einschließlich Personal und Transportgesellschaften. Hämmerling wunderte sich über die Aussagen Sarrazins, dass ein integrierter Börsengang den Wettbewerb sehr viel schwieriger gestalten würde. Bei der BVG dagegen sei Sarrazin der größte Gegner, das Netz vom Betrieb zu trennen, wie es die Grünen fordern. Jetzt hofft Frau Hämmerling, dass Sarrazin seinen „hohen Erkenntnisgewinn“ für die Bahn auch auf die BVG verlagert.

* * *

Der Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Steffen Saebisch , hat ein großes Herz für die Daheimgebliebenen seiner Fraktion und „schenkte“ ihnen einen freien Mittwochnachmittag. Einige Referenten fuhren an den Wannsee und „enterten“ dort das Segelboot eines Kollegen. Und während FDP-Fraktionschef Martin Lindner in Südspanien seinen Urlaub genoss, wendeten, kreuzten und halsten seine Mitarbeiter fröhlich mit der „Caligula“.

* * *

Berlins SPD-Bildungssenator ist nicht nur ein genussvoller Weintrinker, sondern er erfreut sich auch an den Kochkünsten seiner Frau Angelika. In dieser Woche gelang Klaus Böger nun ein besonderer Coup. Als er hörte, dass Mitarbeiter und Freunde den Weinmarkt am Rüdesheimer Platz besuchen wollten, wollte er gern mit. Da passte es in Bögers „Plan“ gut hinein, dass seine Frau mit der Zubereitung einer neuen Kochvariation doch mehr Zeit hätte einplanen müssen als ihr lieb gewesen wäre. So sagte das Ehepaar Böger spontan zu. Als die SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere Geschäftsführerin der SPD-Fraktion,Petra Merkel, auch noch dazukam, war der Abend perfekt. Nur eines fehlte: die legendären selbst gebackenen Kekse von Frau Merkel, die die früheren Fraktionschefs Klaus Böger und Klaus Wowereit in manchen Situationen während der großen Koalition „von allen Frustgefühlen“ befreiten. Das schrieben die beiden übrigens vor sechs Jahren in einem Dankesbrief. Der Wahlkampf naht: Vielleicht braucht dann der eine oder andere doch wieder ein Plätzchen fürs Gemüt. Sabine Beikler

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben