Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Mit dem Thema Innere Sicherheit will die CDU im Wahlkampf punkten. Laut Kriminalstatistik für 2005 liegt die Zahl der Straftaten in Berlin zwar auf dem niedrigsten Stand seit 13 Jahren, doch das lässt CDU-Innenpolitiker Frank Henkel so nicht gelten. „Berlin ist der gefährlichste Ort Deutschlands“, sagt Henkel. Deshalb will die Union die Videoüberwachung auf öffentliche Plätze ausweiten und die Schleierfahndung wieder einführen. Auch das ARD/RBB-Zeitgeistmagazin „Polylux“ hat sich der Sicherheitsdebatte angenommen und Herrn Henkel dazu befragt. Drehort für den am Donnerstagabend ausgestrahlten Beitrag war in der Dorotheenstadt in Mitte. Dort ist Henkel auch CDU-Ortsverbandschef. Die Kameraleute richteten ihre Kamera ganz nah, zirka 20 Zentimeter entfernt, auf sein Gesicht. Und weil Fernsehleute für die Beiträge Schnittbilder brauchen, filmten sie Herrn Henkel in einigen Metern Entfernung aus verschiedenen Perspektiven. Ein Ehepaar beobachtete die Szene, näherte sich dem Tross und sagte: „Das ist doch der Henkel. Jetzt wird der sogar selbst videoüberwacht.“

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Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin reizt mit eigensinnigen Äußerungen häufig seine Parteifreunde. SPD-Partei- und Fraktionschef Michael Müller und der parlamentarische Geschäftsführer Christian Gaebler hatten ihn deshalb mehrfach zur Räson gerufen. Doch haben die beiden nicht bedacht, dass in ihrer unmittelbaren Nähe ein Sarrazin’scher Fanclub sitzt: die gemeinsame Sekretärin Kerstin Pedde, Rosi Hörath aus der SPD-Pressestelle der Fraktion – und die Mutter von Herrn Gaebler. Das weibliche Trio findet es richtig, dass Thilo Sarrazin kein Blatt vor den Mund nimmt. Mal sehen, wie die familiären und fraktionsinternen Diskussionen über Sarrazins berufliche Laufbahn nach der Wahl verlaufen werden.

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Die grünen Direktkandidaten in Mitte, Reiner Felsberg und Ramona Pop , haben bei einer Wahlkampfveranstaltung den Film „Hundeleben“ gezeigt: ein Film über Punker am Alexanderplatz, gespielt von Laiendarstellern. Bei der Vorführung brachte Hauptdarstellerin Silvia Hable ihren Freund mit, der Frau Pop erzählte, er heiße mit Nachnamen auch Pop. Das mochte die grüne Jugendpolitikerin nicht glauben. Der junge Mann zückte daraufhin seinen rumänischen Pass. Darin stand schwarz auf weiß sein Name: Alexander Pop. Ramona Pop wiederum wuchs in Rumänien auf und kam als Zwölfjährige nach Deutschland. Die beiden Pops unterhielten sich angeregt auf Rumänisch und stellten schnell fest, dass sie nicht verwandt sind. Sabine Beikler

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