Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Vor lauter Solidarität mit der arbeitenden Bevölkerung hat Wirtschaftssenator Harald Wolf andere Termine vergessen. Am Donnerstag sprach der Politiker vor den Beschäftigten des Berliner Waschmaschinenwerks Bosch und Siemens Haushaltsgeräte (BSH) in Spandau. 570 Stellen sollen dort gestrichen werden. Aus Protest dagegen starteten BSH- Mitarbeiter einen 2000 Kilometer langen „Marsch der Solidarität“. Wolf entschloss sich kurzfristig, die Demonstranten zu begleiten. Sein Chauffeur konnte Wolfs Büro nur die Auskunft geben, dass er auch nicht so recht wisse, „wo der Chef ist“. Er fuhr dann hinter dem Protestzug her und lud den Senator nach einigen Kilometern wieder ein. Der Besuch, der mit Wolf verabredet war, musste warten. Es waren aber keine Investoren, wie es hieß, sondern eigene Mitarbeiter.

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Das Stühlerücken geht nach der Wahl auch in den Verwaltungen los. So wechselt Christoph Lang , Sprecher der Wirtschaftsverwaltung, zur Wirtschaftsförderung Berlin Partner, wo er einen unbefristeten Vertrag erhält. Die Pressesprecher in den Verwaltungen haben hingegen nur befristete Verträge für eine Legislaturperiode. Mit der politischen Zukunft von Harald Wolf habe sein Wechsel nichts zu tun, betonte Lang.

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Seit Jahren beschäftigt sich Grünen-Politiker Oliver Schruoffeneger mit Afrikapolitik. Zurzeit tourt er mit Imke Rust , einer Künstlerin aus der namibischen Hauptstadt Windhuk, durch Berlin. Die Multimedia-Künstlerin ist mehrfache Biennale-Gewinnerin. Im März wurde sie von der Bremischen Bürgerschaft empfangen und zeigte dort ihre Werke. Am Dienstag wird eine Schau im Bundespresseamt eröffnet. Nun wundert sich der Grüne, warum der Senat bisher kein Interesse an Imke Rust gezeigt hat, obwohl Berlin seit sechs Jahren mit Windhuk eine Städtepartnerschaft verbindet. Sabine Beikler

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