Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Die politische Laufbahn von Martin Matz ist alles andere als geradlinig verlaufen: Der gebürtige Bremer war von 1996 bis 1998 Berliner FDP-Landeschef, von 2001 bis 2003 Mitglied des Bundespräsidiums. 2001 zog er ins Abgeordnetenhaus ein. Er überwarf sich mit seiner Partei und trat 2004 in die SPD-Fraktion über. Bei der Abgeordnetenhauswahl schaffte er den Einzug ins Parlament allerdings nicht. Nun wartet eine neue Aufgabe auf den 41-Jährigen: Matz soll auf Vorschlag des SPD-Kreischefs Swen Schulz Spandauer Stadtrat für Soziales und Gesundheit werden. „Ich freue mich, dass er mich gefragt hat“, sagte Gesundheitsexperte Matz, der als Parlamentarier an der Projektgruppe zur Reform der bezirklichen Gesundheitsämter teilgenommen hatte. Am 20. Oktober steht seine Nominierung an. Ein Gutes hätte der neue Posten auch noch: Statt einer Abgeordnetendiät von 2951 Euro und einer steuerfreien Kostenpauschale von 870 Euro erwartet Matz laut Besoldungsordnung ein Monatsgehalt von rund 6413 Euro.

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Eine andere gebürtige Bremerin wiederum möchte den Sprung nicht in die Bezirke, sondern auf Bundesebene schaffen: Kirsten Böttner , seit 1999 Landesgeschäftsführerin der Berliner Grünen, will auf dem Bundesparteitag im Dezember für das Amt der politischen Bundesgeschäftsführerin kandidieren. Sie wolle die Partei auf Bundesebene „mit Pep und professionellen Schwung als Zukunftspartei positionieren“, sagte die 43-Jährige, die seit 1983 in Berlin lebt. Sie trat 1988 bei den Grünen ein und arbeitete von 1988 bis 1999 als Geschäftsführerin im Steglitzer Kreisverband. Kirsten Böttner werden bei der Wahl zur Bundesgeschäftsführerin aber geringe Chance eingeräumt: Die seit 2002 amtierende Geschäftsführerin Steffi Lemke tritt erneut wieder an. Die 38-Jährige gehörte zu den Mitbegründern der Grünen Partei in der DDR, war von 1994 bis 2002 Bundestagsmitglied und gilt als sehr basisnah.

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Diese Geschichte sollte man besser keinem Bayer erzählen: Der FDP-Abgeordnete Klaus-Peter von Lüdeke besuchte das Münchner Oktoberfest und wollte in einem der Festzelte eine Maß trinken. Doch der Verkehrspolitiker kam nirgendwo hinein, da die Zelte wegen Überfüllung geschlossen waren. So verließ der Preuße das Oktoberfest, ohne die Maß Bier zu probieren, und suchte eine Gaststätte auf, wo er dann endlich den bayrischen Gerstensaft trinken konnte. Wie sein Fraktionschef Martin Lindner, ein gebürtiger Münchner, auf diese preußische Peinlichkeit reagierte, weiß man nicht, aber vielleicht sagte er nur so etwas wie „mei, is des saudeppert“ – zu Deutsch: Das ist sehr dumm gelaufen. Sabine Beikler

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