Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Sie ist eine Frau, gehört zur Parteirechten – und schwupps rückt die SPD-Abgeordnete Anja Hertel in die Führung ihrer Parlamentsfraktion auf. Ein Platz ist frei geworden, da die stellvertretende SPD- Fraktionschefin Iris Spranger, auch weiblich und vom rechten Flügel, Staatssekretärin in der Finanzverwaltung wird. Und weil in der Berliner SPD jetzt wieder die Grüppchen regieren, musste die Vakanz gleichwertig ausgefüllt werden. Die Genossin Hertel aus Reinickendorf und die Genossin Spranger aus Marzahn-Hellersdorf gehören beide zur „Berliner Mitte“, die der starken SPD-Linken und den Reformern vom „Aufbruch Berlin“ Paroli bieten will. Beide sind auch im „Branitzer Kreis“ fest verankert, dem mächtigen Frauennetzwerk der Sozialdemokraten. Den Männern in der SPD-Fraktion bleibt wohl nichts anderes übrig, als sich in angemessener Form abzugrenzen. Sie gehen seit neuestem gemeinsam zum Bowling. Die Frauen müssen draußen bleiben. za

Berlin mag in Sachen Finanzen kein Musterknabe sein. Als Lehrstück taugt das Land trotzdem. So dient der Berliner Schuldenberg Klaus Lederer derzeit als Anschauungsmaterial. Denn Lederer ist nicht nur Landesvorsitzender der Linkspartei/PDS. Der promovierte Jurist versucht sich seit kurzem auch als Dozent an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege. Gestern gab er seine erste Lehrveranstaltung zum Thema Public Management. Auf die Studentenfrage, wie man eine Stadt managt, die mehr als 60 Milliarden Schulden hat, ist Lederer vorbereitet. „Ich werde sagen, wie man solche Situationen gar nicht erst eintreten lässt“, sagt er. Sein Rezept: „Der erste buchhalterische Blick ist nicht immer der politisch beste Weg.“ Ob das ein Seitenhieb gegen Finanzsenator Thilo Sarrazin ist und was das für Berlin bedeutet, das könnte das Thema für viele spannende Seminararbeiten werden. lvt

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