Berlin : HINTER DEN KULISSEN

-

Viele ungeahnte Talente verbergen sich hinter Berliner Abgeordneten. Der Grünen-Politiker Thomas Birk zum Beispiel beschäftigt sich in seinem beruflichen „Politikerleben“ mit der Verwaltungsreform. Dieses Fachgebiet ist notwendig, um Prozesse für eine Modernisierung in den Verwaltungen und damit auch eine bürokratische Zeitersparnis für den Bürger zu entwickeln. Verwaltungsabläufe sind eine etwas dröge, trockene Materie, um die Fachleute in den einzelnen Fraktionen von ihren Kollegen auch nicht beneidet werden. Als kreativen Ausgleich hat nun Thomas Birk die Musik entdeckt und leitet mit großem Enthusiasmus den Chor seiner Fraktion. In dieser Woche kamen die musikalischen Grünen wieder zum Einsatz: Bei der Verabschiedung ihrer langjährigen Bezirksbaustadträtin Elisabeth Ziemer trat der Chor auf und sang ihr nach der Melodie des weltberühmten Evergreens „The lion sleeps tonight“ ein Ständchen. Selbst die ansonsten sehr selbstbewusste und auf ihre Unabhängigkeit bedachte Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, reihte sich ohne „Murren“ in die Chorreihen ein und ließ sich von Thomas Birk „herumdirigieren“.

Erstaunliche Post bekam Frank Henkel. Der CDU-Generalsekretär und erste parlamentarische Geschäftsführer seiner Fraktion öffnete interessiert das Schreiben des Jobcenters Mitte und durfte darin lesen, dass das Jobcenter mit ihm über seine berufliche Situation und über sein Bewerberangebot sprechen möchte. Er möchte doch auch bitte zum anberaumten Termin seine Anmeldung vom Integrationsfachdienst mitbringen. Das Schreiben amüsierte den CDU-Politiker: Er habe gar nicht gewusst, dass er auf Jobsuche sei, sagte er. In der Tat, mit seinen Ämtern ist der Innenexperte äußerst ausgelastet. Außerdem ist er stellvertretender CDU- Kreisvorsitzender in Mitte und Vorsitzender des Ortsverbandes Dorotheenstadt. „Langweilig ist ihm noch nicht geworden“, sagen seine Parteifreunde. Frank Henkel kann außerdem auf eine fundierte Ausbildung zum Diplom-Kaufmann zurückgreifen. Er hat sich inzwischen beim Jobcenter für das Angebot bedankt und hofft, dass die Arbeitsvermittler ein ähnlich starkes Engagement für die wirklich Arbeitssuchenden an den Tag legen. Und sollte sich seine berufliche Situation ändern, werde er gern auf das Gesprächsangebot des Jobcenters zurückkommen. Sabine Beikler

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben