Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Sie ist zwar im kühlen Delmenhorst in der Nähe von Bremen geboren. Aber in Bonn am Rhein hat Mieke Senftleben das Abitur gemacht. Dort war sie Lehrerin, später Galeristin, und 1992 hat sie beim Umzug in die preußisch geprägte Hauptstadt rheinisches Urgemüt nach Berlin mitgebracht. Die karnevalistischen Traditionen und das einschlägige Liedgut hat die Berliner FDP-Abgeordnete bis heute gepflegt. Und selbstverständlich ist sie der Einladung des Deutschen Beamten-Bundes (dbb) zum jährlichen Karnevalsfest gefolgt. Der dbb-Chef Peter Heesen, mit knallgelber Jacke und Narrenkappe vortrefflich ausgerüstet, war zwar ein bisschen irritiert, weil von den 19 eingeladenen Bundestagsabgeordneten niemand erschienen war. Aber dann hängte er um so fröhlicher der beschwingten, heftig schwoofenden Mieke Senftleben den Karnevalsorden um. Und sie sang aus voller Kehle: „Do simmer dabei, dat is prima, Viva Colonia“. za

Das passierte der Grünen-Verkehrspolitikerin Claudia Hämmerling noch nie, dass sie als Verfechterin der öffentlichen Verkehrsmittel ausgerechnet von der BVG „gekidnappt“ wurde. Am Dienstag nach der Fraktionssitzung fuhr die Grünen-Politikerin mit dem Bus M 41 Richtung Hauptbahnhof, um dort in den Zug nach Hamburg zu steigen. Hämmerling musste diesen Zug um 17 Uhr erreichen, da sie in Hamburg den Vortrag eines Verkehrsplaners hören wollte. Doch am Brandenburger Tor stoppte der Bus: ein Stau, weil der Reichstag abgesperrt war. Die Grüne bat den Fahrer, sie hinauszulassen. Doch der stellte sich stur und sagte, er könne das nicht machen, weil er die Verantwortung zu tragen habe, wenn sich zwischen den BVG-Haltestellen außer Plan die Türen öffnen würden. Schließlich ließ er sich aber doch noch erweichen, die Türen zu öffnen – und Frau Hämmerling spurtete in nur sieben Minuten zum Hauptbahnhof. Sie erreichte rechtzeitig den Zug. Sie nimmt’s sportlich: Seit 1999 läuft sie Marathon – und sieht als Langstreckenläuferin diesen Spurt als gute Trainingseinheit. sib

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