Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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Ihre Gegner werfen der Linkspartei/PDS gerne vor, sie habe sich als SED-Nachfolger nicht kritisch genug mit der eigenen Geschichte auseinandergesetzt. Manch altgedienten Genossen geht es jedoch genau andersrum: Sie finden, die junge Führungsriege um Parteichef Klaus Lederer und Vize-Fraktionschef Stefan Liebich geht mit der Selbstkritik gelegentlich zu weit. Vor ein paar Tagen diskutierten die beiden bei der von Liebich ins Leben gerufenen Diskussionsreihe „Brot & Politik“ mit Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) in einer Pankower Kneipe über den Stalinismus und das SED-Regime. Vor allem die beiden Sozialisten gingen dabei mit der DDR so hart ins Gericht, dass einem Zuhörer mittleren Alters der Kragen platzte. In einer Pause stand er wütend auf, schimpfte: „Das ist Antikommunismus pur! Eine Sauerei ist das!“ und verschwand. Liebichs trockene Antwort: „Keiner hat dich gezwungen, herzukommen.“ lvt

Die Neuorganisation der Kindertagesstätten bewertet der Berliner Senat sehr erfolgreich. Immerhin haben vier der fünf neuen Kitabetriebe so gut gewirtschaftet, dass sie im vergangenen Jahr ein ausgeglichenes Betriebsergebnis erzielt hatten. Diese gute Nachricht verkündete Bildungsstaatsekretär Eckart Schlemm (SPD) nach der Senatssitzung. Nur Grünen-Haushälterin Ramona Pop wunderte sich darüber sehr: Schon Anfang März forderte der Hauptausschuss Jahresabschlüsse und Wirtschaftspläne der Kita-Eigenbetriebe an. Bildungssenator Jürgen Zöllner jedoch schrieb jetzt an den Ausschuss, dass er für die Beantwortung der Anfrage um Fristverlängerung bis Ende August 2007 bitte. „Das ist doch hanebüchen. Will Herr Zöllner das Parlament veräppeln?“, ärgert sich Pop. Die Zahlen würden doch vorliegen. Jetzt wartet sie auf eine Antwort von Zöllner – und zwar viel früher als Ende August. sib

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