Berlin : HINTER DEN KULISSEN

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In einem modern-verschachtelten Glasbau an der Jannowitzbrücke residiert seit Kurzem Katrin Lompscher . Aus ihrem Büro im sechsten Stock hat die Umwelt- und Gesundheitssenatorin einen beeindruckenden Blick über die Dächer von Mitte. Einen noch spektakuläreren Blick dürfte sie kommende Woche haben: Da ist sie für vier Tage in New York beim Klimagipfel der Großstädte, um sich mit Kollegen aus Moskau, London, Peking oder Tokio auszutauschen. Ihr Begleiter: Klaus Wowereit. Der Regierende Bürgermeister hält einen Vortrag zu Berliner Strategien zur Reduzierung von Treibhausgasen. Der Vertreter eines der größten Erzeuger von Treibhausgasen sitzt übrigens gegenüber von Lompschers neuem Büro: Dort befindet sich die chinesische Botschaft. Den öffentlichen Einstand im neuen Haus beging die Senatorin am Freitag mit Sekt der Marke „Prozero“. Der war dem Programm des Hauses entsprechend ausgewählt: Ökologisch angebaute Trauben, null Prozent Alkohol. lvt

Dass Finanzsenator Thilo Sarrazin im Parlament Auskunft über Kunstwerke geben muss, ist nicht alltäglich. Am Donnerstag wollte Grünen-Kulturpolitikerin Alice Ströver von dem SPD-Politiker wissen, was aus den Kunstwerken der Landesbank Berlin geworden ist. 2700 Bilder gehören zum Vermögen der LBB, an der das Land 81 Prozent hält. Bekanntlich muss die LBB bis Jahresende verkauft werden. Sarrazin antwortete, dass die Kunstwerke, darunter Arbeiten von Otto Nagel, Heinrich Zille und Hannah Höch, mitverkauft werden. Angesichts der finanziellen Lage sei das Land nicht bereit, die Kunstwerke zu kaufen. Ob ihm die Gemälde egal seien, fragte Ströver weiter. Daraufhin Sarrazin: „Wenn ich ein Unternehmen verkaufe, kann ich mir nicht vorher aussuchen, was ich schön finde.“ Selbst wenn er zum Beispiel den Schreibtisch des LBB-Vorstandschefs Hans-Jörg Vetter schön finde, ginge es nicht, dass „Einzelteile“ aus dem Bankvermögen herausgekauft werden. sib

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