Hintergrund : Marzahn-Hellersdorf

Kein Berliner Bezirk ist so von der DDR- Baupolitik geprägt wie Marzahn-Hellersdorf. Gegründet wurde Marzahn im Januar 1979, Hellersdorf im Juni 1986. So kann der Jung-Bezirk junge Geburtstage feiern. Dazu sind etwa 247 000 Einwohner am 12. und 13. September aufgerufen und eingeladen: Im Erholungspark Marzahn und den „Gärten der Welt“ werden der Geburtstag des Bezirks und der Sommer gefeiert.

Marzahn-Hellersdorf gehört wie Lichtenberg zu den Hochburgen der Linkspartei. Bürgermeisterin Dagmar Pohle ist eine Linke, Petra Pau, die Wahlkreis-Gewinnerin von 2005 und 2002, ebenso.

100 000 Plattenbauwohnungen prägen den Norden des Großbezirks. Längst sind die zum Teil viele Geschosse hohen Fertigteil-Hochbauten saniert. Doch sind offenbar viele von denen, die zu DDR-Zeiten eine moderne Wohnung haben wollten, aus dem Bezirk weggezogen. Als die Mauer fiel, waren Marzahn und Hellersdorf die jüngsten Bezirke Berlins. Der Geburtenknick verringerte die Anzahl der kleinen Kinder dramatisch. Nun rechnet das Bezirksamt vor, dass Marzahn-Hellersdorf in zehn bis 15 Jahren der im Durchschnitt „älteste“ Berliner Bezirk sein wird.

Ein Teil der Plattenbauten steht heute weniger für die Zukunft des Sozialismus als für Dauerarbeitslosigkeit und Existenzen an der Armutsgrenze. Bezirk und Senat arbeiten dagegen an, indem Marzahn-Hellersdorf zum Gesundheitsstandort ausgebaut wird. Das große Unfallkrankenhaus und die Augenklinik haben Bedeutung über die Stadt hinaus. Das Klinikum Hellersdorf wird erweitert. Einer Mitteilung des Bezirksamts zufolge ist die Gesundheitswirtschaft nach der Verwaltung der größte Arbeitgeber in Marzahn-Hellersdorf. wvb.

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