Historiale : Revolutionäre im Regen

Beim Historiale-Finale wurde den Gefallenen der Märzrevolution 1848 am Gendarmenmarkt gedacht. Obwohl weniger Särge aufgestellt wurden als geplant, drängten sich zahlreiche Besucher in Berlin-Mitte.

Märzrevolution
Zurück ins Jahr 1848. Beim Geschichtsfestival Historiale wurde am Gendarmenmarkt der Toten der Märzrevolution gedacht. -Foto: AP

BerlinAuf dem Gemälde von Adolph Menzel kann man es erkennen: Zumindest das Wetter war etwas besser, als vor 160 Jahren auf dem Gendarmenmarkt die Gefallenen der Märzrevolution aufgebahrt wurden. Der gestrige Dauerregen jedenfalls machte den Veranstaltern des Geschichtsfestivals Historiale zum Finale einen Strich durch die Rechnung: Statt der geplanten 183 Särge erinnerten nur 50 an die Toten von 1848. Trotzdem waren hunderte Besucher und Schaulustige nach Mitte gekommen, um dem Ende der Historiale beizuwohnen. Jeder Sarg war mit zwei gelben Blumen geschmückt, und Schauspieler verlasen die Texte, die jüdische, katholische und evangelische Geistliche vor 160 Jahren angesichts der Toten sprachen. Von den Schicksalen einzelner erzählten weitere Texte aus zeitgenössischen Briefen und Berichten. Die Kämpfe während der Märzrevolution in Berlin hatten mindestens 183 Tote gefordert. Auf den Stufen des Deutschen Doms am Gendarmenmarkt wurden 1848 die Särge mit den Toten zur Mahnung aufgebahrt. Das Ereignis hatte Adolph Menzel in einem Gemälde verewigt.

Unter dem Motto „Märzrevolution 1848 – Europas Jugend nach Berlin“ hatte der Verein Historiale ein sechstägiges Programm geboten. Neben Inszenierungen wie die eines Barrikadenkampfes auf dem Alexanderplatz standen Gesprächsrunden, Stadtführungen und ein Quiz auf dem Programm. (Tsp/ddp)

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