Historische DDR-Filme : Tagesspiegel sucht Schätze auf Zelluloid

Ein holsteinisches Filmteam sucht zusammen mit dem Tagesspiegel nach Privatfilmen zum Leben in der DDR und vom Mauerbau. Bis zum 13. August soll aus dem Material eine einzigartige Dokumentation entstehen.

Sebastian Scholz
Es geschah in Berlin: Bewacht von Volkspolizisten, mussten Maurer am 13. August 1961 die Steine für das sozialistische Schandwerk zusammenfügen.
Es geschah in Berlin: Bewacht von Volkspolizisten, mussten Maurer am 13. August 1961 die Steine für das sozialistische Schandwerk...Foto: dpa

Hätte der Freiheitswille der DDR-Bürger sie nicht zum Einsturz gebracht, würde die Berliner Mauer in diesem Jahr ein trauriges Jubiläum feiern. Rund 50 Jahre ist es her, als am Morgen des 13. August 1961 die ersten Steine für das grausame Bollwerk aufgeschichtet wurden. Einige Berliner hielten die Ereignisse mit ihren Filmkameras fest. Ein Filmteam aus Schleswig-Holstein will in Zusammenarbeit mit dem Tagesspiegel nun aus diesen persönlichen Aufnahmen einen Film über das Leben mit der Mauer machen. Gesucht wird daher nach Amateurfilmern, auf deren Dachböden möglicherweise einzigartige Schätze auf Zelluloid schlummern.

Im Fokus steht jedoch nicht nur der Bau der Mauer, sondern die gesamte Zeit der deutschen Teilung. Gesucht werden Schmalfilmaufnahmen im 16-mm-, 8-mm-, Single-8- oder Super-8-Format aus den Jahren 1950 bis 1990. „Die Mauer muss dabei nicht immer das Hauptmotiv sein, es geht uns ebenfalls um das Stimmungsbild in Ost- und West-Berlin zur Zeit der Teilung“, sagt Produzent Claus Oppermann. Besonders wertvoll seien Filme aus Ost-Berlin, denn Aufnahmen von der Mauer waren verboten. „Oft hat die Stasi die Filme einkassiert und zum Teil geschwärzt zurückgegeben“, sagt er.

Damit die einzigartigen zeitgeschichtlichen Dokumente nicht verloren gehen, wollen Produzent Oppermann und sein Team die Bänder persönlich abholen, digital kopieren und anschließend den Amateurfilmern zurückgeben. „Jeder soll seine Erinnerungen natürlich behalten“, so Oppermann. Der Film soll am Ende eine Sammlung persönlicher Dokumente werden, die ein Stück Weltgeschichte widerspiegeln und an das Leben in Berlin mit der Mauer erinnern, so Oppermann. Pünktlich zum 50. Jahrestag am 13. August soll der Film dann fertig werden und auch als DVD im Tagesspiegel-Shop erhältlich sein.

Besitzer alter Filme können sich per E-Mail an Berlin@tagesspiegel.de oder per Brief an Der Tagesspiegel, 10876 Berlin, wenden. Bitte jeweils Stichwort „Mauerfilm“ angeben. Telefonische Informationen unter 0431 800 95 899.

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