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Historische S-Bahn : Der Bahnhof Papestraße lebt

Aufmerksame Fahrgäste können manchmal Erstaunliches entdecken. Zum Beispiel diese S45 am Dienstagfrüh, die angeblich zu einem längst verblichenen Bahnhof fährt. Eine Glosse übers Gestern und Morgen.

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Papestraße - einsteigen bitte! Und Südkreuz aussteigen bitte, denn den alten Bahnhof gibt's schon seit 2006 nicht mehr.
Papestraße - einsteigen bitte! Und Südkreuz aussteigen bitte, denn den alten Bahnhof gibt's schon seit 2006 nicht mehr.Foto: Stefan Jacobs

Was war das wieder für eine Hetzerei Dienstag früh im Berufsverkehr: Alle Welt auf dem Weg nach morgen; wer innehält, ist schon von gestern. Und dann kommt plötzlich diese S-Bahn angerumpelt, die aus dem Morgen kommt und ins Gestern rollt. Geisterfahrt! Das Morgen, das ist der „Flughafen Berlin Brandenburg“ oder auch „Börlin Brändenbörg Ähpod“, der in den Zügen immer angesagt wird, seit in Schönefeld gerüchteweise die Bauarbeiten für ein sog. Luftdrehkreuz im 1. OG angekommen sind. Aus Richtung Flughafen kam am Dienstagmorgen also jene S45, die stolz ihr Fahrziel „Papestraße“ am Revers trug.

Papestraße, das war jener possierliche S-Bahnhof, der mit seinen Kleinpflasterbahnsteigen und dem windgepeitschten Abfertigerhäuschen in der Walachei zwischen Autobahn und Schrebergärten stand, bis er 2006 im Schatten des Südkreuzes verschwand und als Bauschuttfuhre endete. So wie die S-Bahn im Foto vor Jahren nur knapp dem Schrottplatz entrann, als die Manager den Weg nach morgen ohne die Züge von gestern schaffen wollten. Und damit zurück ins Heute.

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