Berlin : Hitlers Tribunal: Ausstellung zum Volksgerichtshof

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Das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ zeigt von heute an die Ausstellung „Der Volksgerichtshof – Hitlers politisches Tribunal“. Der Volksgerichtshof war ein politisches Gericht zur Ausschaltung der Gegner des NSRegimes. Vor allem unter der Präsidentschaft Roland Freislers entwickelte sich der Volksgerichtshof ab 1942 zu einem reinen Terrorinstrument.

Freisler verhängte zahlreiche Todesurteile gegen Mitglieder der Widerstandsgruppen Rote Kapelle, Weiße Rose, des Kreisauer Kreises und gegen die Hitler- Attentäter des 20. Juli 1944. Insgesamt fällte der Volksgerichtshof bei 18 000 Urteilen etwa 5000 Todesurteile.

Das Gericht tagte zuerst im Preußischen Landtag, dem heutigen Berliner Abgeordnetenhaus. 1935 zog der Volksgerichtshof in das Schulgebäude des König-Wilhelm-Gymnasiums in der Bellevuestraße 15 nahe dem Potsdamer Platz. Einige Prozesse wurden im Gebäude des Kammergerichts am Schöneberger Kleistpark geführt. Hier fand auch der Prozess gegen die Verschwörer vom 20. Juli 1944 statt. Freisler starb am 3. Februar 1945 bei einem Bombenangriff in den Trümmern des Gerichtsgebäudes in der Bellevuestraße. Dort befindet sich heute eine Tafel, die an den Ort des Terrors erinnert.

Die Ausstellung auf dem Gelände der früheren Zentralen von Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt, neben dem Kreuzberger Martin-Gropius-Bau, ist eine Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Sie dokumentiert auch die enge Zusammenarbeit des politischen Sondergerichts mit der Gestapo. Ein großes Kapitel ist der Nachkriegszeit und dem Umgang mit den Richtern des Volksgerichtshofes gewidmet. Bis heute sei kein ehemaliger Richter oder Staatsanwalt vor einem bundesdeutschen Gericht rechtmäßig verurteilt worden, heißt es im Begleittext zur Ausstellung. 1984 stufte der Bundestag den Volksgerichtshof als Terrorgericht ein. dpa

Topographie des Terrors, Niederkirchnerstr. 8, bis 30. September, tägl. 10 bis 20 Uhr. Näheres unter www.topographie.de

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