Hitze in Berlin : Lageso: "Es gibt genug Wasser für Flüchtlinge"

Bereits am Donnerstag hatten hunderte Flüchtlinge vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales in der Hitze gewartet. Die Wasserbetriebe und viele Freiwillige versuchten zu helfen. Aufgrund der großen Medienresonanz kamen am Freitag offenbar noch viel mehr Menschen, um zu helfen.

von , , und Anna Graefe
Viele warten auf Hilfe.
Viele warten auf Hilfe.Foto: REUTERS

Sie brauchen viel Geduld, zeigen sich aber auch sehr dankbar: Hunderte Flüchtlinge warten seit Tagen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Moabit an der Turmstraße, um den bürokratischen Vorgang des Asylverfahrens zu starten und eine Unterkunft zu bekommen. Neben der teils tagelangen Warterei ist ein weiteres Problem die Hitze.

Wasserbetriebe bringen Tüten vorbei

Wie bereits am Donnerstag brachten auch am Freitag die Berliner Wasserbetriebe 2000 Tüten mit jeweils einem Liter Trinkwasser darin als Notversorgung für die Menschen vorbei. Ehrenamtliche verteilen die Päckchen. Die Berliner Wasserbetriebe wollen nun eine so genannte Wasserbar dort einrichten, damit die Menschen Trinkwasser abzapfen können.

Allerdings könnte es laut Sprecherin Astrid Hackenesch-Rump ein Problem sein, dass die Menschen es aus ihren Herkunftsländern nicht kennen, dass Wasser aus der Leitung so sauber ist, dass man es trinken kann.

Zahlreiche Helfer kamen.
Zahlreiche Helfer kamen.Foto: Melanie Böff

Dies könnten beispielsweise Freiwillige den Menschen auf Arabisch mitteilen, so eine Anregung. Die Malteser waren nun am Freitag vor Ort. Auch die Mitarbeiter des Lageso, die in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes Berlin für Asylbewerber arbeiten, hatten am Freitag wieder alle Hände voll zu tun.

Mehr Hilfe durch Medienresonanz

Schon am Donnerstag versorgten Freiwillige die Flüchtlinge mit Wasser und Obst. Und auch am Freitag wollen Freiwillige wieder Spenden vorbeibringen. Derzeit läuft ein Koordinationstreffen vor Ort. Offenbar führte die große Medienresonanz zu einer großen Mobilisierung von Hilfe.

Caritas ist jetzt mit dem Arztmobil vor Ort

Die Situation ist laut einer Tagesspiegel-Reporterin unübersichtlich und chaotisch. Circa 500 Menschen sollen vor Ort sein. Seit 10 Uhr ist der Caritas mit einem Arztmobil und vier Personen da. Bis jetzt soll es keine größeren Zwischenfälle durch die Hitze gegeben haben. Zwei Kinder wurden wegen Windpocken behandelt.

Ein Sprecher des Lageso äußerte sich zur Situation und betonte, dass eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet wäre und er die Hilfe der Bevölkerung für unnötig halte.

Die Situation ist unübersichtlich.
Die Situation ist unübersichtlich.Foto: Melanie Böff.

Über Facebook teilten die Koordinatoren bereits mit, dass momentan keine Spenden mehr benötigt werden. Wenn Sie trotzdem helfen wollen: hier finden sie Infos darüber, was besonders benötigt wird. Zuletzt wurden beispielsweise Windeln benötigt. Ein einziger Wasserhahn soll auf dem Gelände stehen.

Die Facebook-Gruppe "Moabit hilft" ruft weiter zu Wasser-, Obst- und Erfrischungstücher-Spenden auf, damit die Menschen notversorgt werden können. Wenn Sie die Menschen vor dem Lageso unterstützen möchten, finden Sie sie in der Turmstraße 21, U9 Turmstraße. In der Gruppe gibt es auch immer wieder Updates zur Situation vor Ort.

Aber nicht nur vor Ort kann geholfen werden. Ein mobiler Spendensammeldienst in den Innenstadtbezirken wurde eingerichtet. Die Auflistung der Orte finden Sie hier.

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