Berlin : Hitze lässt Stromerzeuger kalt In Berlin keine Ausfälle erwartet

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Drohen wegen der Hitze jetzt auch in Berlin Stromausfälle wie in südeuropäischen Städten? Derzeit wohl kaum. Weder bei der Bewag noch bei den Wasserbetrieben gibt es derzeit Kapazitätsengpässe. Und selbst wenn die Hitzeperiode weitergeht, werde sich daran so schnell nichts ändern, hieß es gestern in beiden Unternehmen auf Anfrage. In anderen Regionen Deutschlands könnte es allerdings vereinzelt zu Stromabschaltungen kommen, wenn Kraftwerke, die nicht mehr ausreichend gekühlt werden können, abgeschaltet werden müssten.

Die Bewag ist nach Angaben ihres Sprechers Manuel Vormelchert noch weit von der Kapazitätsgrenze entfernt. Im Winter werde viel mehr Strom produziert als jetzt. Während derzeit etwa 1700 Megawatt erzeugt werden, seien es im Winter bis zu 2600 Megawatt. Die Bewag hat noch Reserven. WestBerlin wurde zu Mauerzeiten vollständig selbst versorgt. Inzwischen ist die Stadt ins europäische Verbundnetz integriert, so dass der Strom nicht mehr ausschließlich in der Stadt erzeugt werden muss. Die Bewag hat deshalb die Kraftwerke Charlottenburg und Rudow vom Netz genommen. Sie sind aber nicht stillgelegt, sondern können bei Bedarf wieder Strom produzieren, sagte Vormelchert. Charlottenburg würde dann statt mit Kohle per Gas befeuert. Da die Kraftwerke modernisiert worden seien und deshalb effektiver arbeiteten, könne man auf einige Anlagen verzichten.

Auch der Wasserverbrauch bricht keine Rekorde. Vor zehn Jahren hätten die Berliner – und die Industrie - noch rund 40 Prozent mehr verbraucht als heute, sagte Stephan Natz, Sprecher der Wasserbetriebe. Deshalb habe man sieben Wasserwerke stilllegen können, ohne die Versorgung zu gefährden. Probleme seien nur zu erwarten, wenn die Spree vollkommen austrockne. kt

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