Berlin : Hoch hinaus

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Tanzen, singen und springen können die Spielzeuge, die in der neuen Weihnachtsrevue des Friedrichtsadtpalasts die Hauptrolle einnehmen. „Jingle Bells“ spielt diesmal in New York. Aber nicht deshalb hängen an dem 12 Meter hohen Tannenbaum, der heute gegen 19 Uhr erstmals vor dem Friedrichstadtpalast im vollen Glanz erstrahlt, Zeichnungen und Fotos New Yorker Kinder und vom Attentat des 11. Septembers betroffener Familien. Wenn es nach Intendant Alexander lljinskij geht, soll so ein Baum künftig jedes Jahr zu Weihnachten vor dem Friedrichstadtpalast zur Erinnerung und als Zeichen der Zuversicht aufgestellt werden. Den aktuellen Baum aus dem Vogtland stellt das landeseigene Revuetheater übrigens Berlin ebenso wenig in Rechnung, wie im Sommer die Renovierung seines Hauses. Das war auch 2002 zu 88 Prozent ausgelastet und trägt sich zu 70 Prozent allein.

Die Tanne hat Iljinskij in seinem vogtländischen Heimatort MorgenröteRautenkranz vom Landrat geschnorrt. Er hätte sie sogar selbst fällen können, stand doch am Anfang seiner Karriere ein Facharbeiterbrief als Forstarbeiter. Heute Abend ist aber der Intendant gefordert: Hat doch da nicht nur „seine“ Tanne, sondern eine Stunde später auch die diesjährige Ausgabe der Weihnachtsrevue „Jingle Bells“ Premiere – „Gayle im Wunderland“ stellt sie vor. Dahinter verbirgt sich die Amerikanerin Gayle Tufts – seit 1991 Wahlberlinerin und auf Kleinbühnen der Stadt bekannt für Gesang und Slapstick in witzig deutsch-amerikanischer Wortmixtur. Als „Gayle im Wunderland“ führt sie in der Friedrichstraße die Zuschauer unter anderen aufs Eis am Rockefeller Center im Herzen New Yorks und in die Spielzeugabteilung eines Konsum-Tempels, in der sie – versehentlich eingeschlossen – eine märchenhafte Nacht erlebt. Mit singenden Hasen, tanzenden Barbie-Puppen und sprechenden Hexen. Aber auch mit Show-Sternen wie Veronika Fischer, Erkan Aki und Kinga Dobay. Und was wäre „Jingle Bells“ ohne die berühmte Weihnachts-Girlreihe. Nicht in Rot, sondern in Grün schwingen sie in diesem Jahr die langen Beine in der Chorusline – mittenmang auch Gayle Tufts.

In Szene gesetzt wurde die siebte Jingle-Bells-Weihnachtsrevue von Regisseur Jürgen Nass, eingekleidet und gestylt hat sie erstmals Pompöös-Modemacher Harald Glööckler. Ansehen kann man sich „Gayle im Wunderland“ nur bis zum 26. Dezember. Wollte Intendant Alexander Iljinskij alljährlich alle Kartenwünsche (Rufnummer: 2326 2326) berücksichtigen, müsste er „Jingle Bells“ bis Ostern laufen lasssen. Mindestens.hema/Foto: Herbert Schulze

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