Berlin : Hochhaus mit drei Etagen

An den Ahrensfelder Terrassen werden Plattenbauten zurückgebaut. Die ersten Mieter sind eingezogen

Christian Böhm

Sonnige Dachgärten und Balkone, großzügig geschnittene und modern ausgestattete Wohnungen: Das ist die Zukunft. Die Vergangenheit steht auch noch da: einer der alten grauen, elfgeschossigen Plattenbauten. Bald wird das Hochhaus verschwunden sein – und Familie Muschter kann vom Dachgarten aus einen weiten Blick genießen.

Die ersten Mieter haben ihre Wohnungen in den Ahrensfelder Terrassen bezogen – dem ersten Berliner Projekt des „Stadtumbaus Ost“. Birgit und Gerd Muschter, beide Anfang 40, wohnen seit einer Woche ganz oben in der Havemannstraße: in der dritten Etage. Die Nachbarin haben sie schon kennen gelernt. Die anderen Wohnungen im Haus sind noch nicht bezogen.

Zunächst wollten sie selber bauen, erzählen die Muschters. Im November sahen sie sich die Pläne für die Terrassen-Siedlung an. Damals wohnten sie in der Nachbarschaft – auch ganz oben, aber auf der elften Etage. Der Dachgarten von 30 Quadratmetern Größe hat sie überzeugt, in Marzahn zu bleiben. Ihnen reicht die kleine Küchenzeile, sagt Gerd Muschter. „Wir gehören nicht zu denen, die stundenlang in der Küche kochen und backen.“ Was sie an der Küche sparen, hat das Wohnzimmer extra: Groß ist es und bekommt Licht von zwei Seiten. Das Bad hat jetzt Fenster, gefliest wurde nach Wunsch der künftigen Mieter. Es erinnert nicht mehr viel an einen herkömmlichen Plattenbau.

Bislang gab es 1670 Wohnungen in dem Karree Havemannstraße/Rosenbecker Straße/Eichhorster Straße/Wörlitzer Straße. Davon bleiben 409 übrig. Der Rückbau kostet 30 Millionen Euro. Zehn Millionen Euro schießt das Land Berlin für die Modernisierung zu, zehn Millionen der Bund für den Teilabriss. Anfangs gab es Widerstand, denn erst 1987 wurden die Plattenbauten fertig, und zunächst sah es so aus, als würde das komplette Viertel abgerissen. 30 Prozent der Wohnungen waren unbewohnt. Ein Bewohnerbeirat wurde gegründet, deren Sprecherin Petra Oelsner heute sagt: „Die neuen Wohnungen sind genau das, was die Leute hier wollen.“

Ziel des Umbaus ist es, Leute mit mittlerem Einkommen ins Viertel zu locken, heißt es bei der WBG Marzahn. Zwei Drittel der neuen Wohnungen in den (drei bis sechs Stockwerke hohen) Ahrensfelder Terrassen sind bereits vermietet: Die Mehrheit der neuen Bewohner kommt aus der Nachbarschaft, ein Drittel aus anderen Bezirken oder dem Umland. Besonders gefragt sind Wohnungen mit Dachgärten, für die sogar eine Warteliste geführt wird. Gute Chancen gibt Kröber deshalb auch dem Versuch, rückgebaute Wohnungen mit Gärten zu verkaufen. Noch zu haben sind vor allem 2-Zimmer-Wohnungen.

Informationen zu freien Wohnungen in den Ahrensfelder Terrassen erteilt die WBG Marzahn unter Tel. 9366 6666

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