• Hochwasser an Elbe, Spree und Schwarzer Elster: Platzeck: Brandenburg ist für Hochwasser trainiert

Hochwasser an Elbe, Spree und Schwarzer Elster : Platzeck: Brandenburg ist für Hochwasser trainiert

Der "Deichgraf" ist zurück: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck zog im Landtag eine erste positive Zwischenbilanz des Hochwasser-Krisenmanagements. Und er gab die weitere Richtung für die "Generationenaufgabe Deichbau" vor.

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Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) verschaffte sich am Mittwoch in Mühlberg einen eigenen Eindruck vom Hochwasser-Krisenmanagement.
Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) verschaffte sich am Mittwoch in Mühlberg einen eigenen Eindruck vom...Foto: dpa

Die Lage in Brandenburgs Hochwassergebieten blieb am Donnerstagmorgen angespannt, aber stabil, ohne neue Deichbrüche oder Evakuierungen: Im Potsdamer Landtag gab Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) kurzfristig zu Beginn der Sitzung eine Erklärung zum Hochwasser ab. Er zog dabei eine erste, positive Zwischenbilanz des bisherigen Krisenmanagements an Elbe, Schwarzer Elster und Spree. „Insgesamt: Die Zusammenarbeit läuft sehr gut, sehr professionell“, sagte Platzeck. Das sei auch ein „Trainingseffekt“ aus früheren Hochwässern im Land. Es gebe natürlich immer auch Beschwerden, „doch insgesamt greifen die Räder ineinander.“

Platzeck dankte den Hochwasser-Helfern für ihren Beitrag

Er dankte den Helfern für ihren Beitrag, „dass Brandenburg bislang relativ schadlos durch die Situation gekommen sei.“ Der Regierungschef ging aber auch auf Vorwürfe ein, das Land habe in den letzten Jahren insbesondere an der Schwarzen Elster – dort liegen Städte wie Herzberg oder Bad Liebenwerda – die Deichsanierung vernachlässigt, nur Notreparaturen vorgenommen habe. „Deichbau ist eine Generationenaufgabe“, sagte Platzeck dazu. Das Land habe 400 Millionen in den Deichbau investiert, die Dämme an der Oder seien erneuert, an der Elbe weitgehend. „Das nächste Projekt wird die Schwarze Elster sein. Wir werden nach dem Hochwasser unsere Bemühungen dort konzentrieren müssen, um dort deutlich schneller voranzukommen.“ Denn niemand dürfe den Eindruck bekommen, „dass er vergessen wird.“

Hochwasser in Deutschland
Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).Weitere Bilder anzeigen
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27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

An der Schwarzen Elster wird die Situation vorerst kritisch bleiben. Zwar müssen Herzberg und Bad Liebenwerda nach seinen Worten nicht evakuiert werden. Doch kann die Schwarze Elster kaum in die Elbe abfließen, staut sich zunehmend zurück, so dass noch einige Zeit mit hohen Wasserständen und der höchsten Alarmstufe IV zu rechnen ist.  

Platzecks politische Karriere wäre ohne seine Rolle als "Deichgraf" nicht möglich gewesen

Platzeck dürfte der hochwassererfahrenste Regierungschef in Deutschland sein. Seine politische Karriere vom Umweltminister zum Regierungschef in Brandenburg, nunmehr fast elf Jahre, wäre ohne  seine Rolle als bundesweit bekannt gewordener „Deichgraf“ bei der Oderflut im Jahr 1997 nicht möglich gewesen. „Jedes Hochwasser ist ein Besonderes“, sagte Platzeck am Donnerstag im Landtag: Die Spezifik des aktuellen Hochwassers liege darin, dass es anders als in der Vergangenheit, kaum verlässliche Vorhersagen gebe: Die Lage sei komplizierter, die Berechnungen seien schwieriger, weil es "parallele Hochwässer an Neiße, Spree, Schwarze Elster und Elbe gebe, außerdem gleich noch an Mulde, Weißer Elster und Saale. „Und all das Wasser muss am Ende durch die Prignitz durch“, sagte Platzeck. Daher rechnen die Krisenstäbe in der Prignitz mit den höchsten Herausforderungen. "Man muss sich darauf einstellen, dass es lange hohe Wasserstände geben wird."

Manche Unsicherheit bei den Prognosen liegt nach Aussagen Platzecks aber auch daran, dass anders als beim Elbehochwasser 2002 flußaufwärts in Sachsen bislang keine Deiche gebrochen seien. „Das ist ein Glück. Und wir müssen damit rechnen, dass es keine Deichbrüche gibt. Aber das wird für Brandenburg eine andere Herausforderung.“  

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