Hochwassergefahr in Brandenburg : Die Pegel in Potsdam steigen kaum

Während viele Ortschaften in Brandenburg mit der Jahrhundertflut kämpfen, gab es in Potsdam keine Probleme. Dabei ist eine Hochwassergefahr in der Landeshauptstadt durchaus möglich.

von und Peter Könnicke
Ruhe am Schloss Babelsberg. Der Pegel stieg in Potsdam nicht auf eine besorgniserregende Höhe an. Foto: dpa
Ruhe am Schloss Babelsberg. Der Pegel stieg in Potsdam nicht auf eine besorgniserregende Höhe an.Foto: dpa

Während in diesen Tagen zahlreiche Brandenburger Orte mit Hochwasser kämpfen und noch jahrelang die Folgen der Flut spüren werden, gab es keine Probleme in der Landeshauptstadt. Dabei ist eine Hochwassergefahr in Potsdam durchaus möglich, sagt Thomas Frey, Experte im Landesumweltamt. So gab es zu Beginn des Jahres 2011 Alarmstufe 2 an der Havel.

Doch Überflutungen auf Potsdamer Gebiet sind lange her. Der höchste bisher gemessene Havel-Wasserstand, der in Potsdam gemessen wurde, datiert aus dem Jahr 1940 – 2,29 Meter. In der vergangenen Woche wurden 1,13 Meter gemessen. Bei dem aktuellen Hochwasser profitiert Potsdam von der günstigen Situation. Das Hochwasser im Oberlauf der Spree durchläuft auf seinem Weg nach Potsdam mit dem Spreewald ein großes Niederungsgebiet sowie mehrere Seen im Berliner Raum. „Auf dieser Strecke kommt es zu einer deutlichen Dämpfung der Hochwasserwelle, das Wasser erreicht Potsdam deutlich verzögert mit geringeren Spitzenwerten“, sagt Umweltexperte Frey. Die großen Havelseen bilden einen natürlichen Speicher.

Zum anderen liegt Potsdam deutlich oberhalb der Elbmündung der Havel. Am Lauf entlang gibt es wiederum Seen und Polder. Diese sind in der Lage, größere Wassermengen aufzunehmen. „Das sind gigantische Flächen“, sagt Detlef Knuth, als Direktor des Potsdamer Naturkundemuseum mit Hochwasserfragen sehr vertraut. Es müsse schon der unwahrscheinliche Fall auftreten, dass bei entsprechender Windrichtung die Nordsee über mehrere Monate auf die Elbe drückt und diese sich bis zur Havel staut.

Hochwasser in Deutschland
Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt). Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
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27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

Wirkliche Hochwasser sind vor allem für die Nuthe notiert. So wird in einem Kirchenbuch über „Hochwasserkatastrophen“ bis ins 18. und 19. Jahrhundert geschrieben. Auch Fontane erwähnt in einer seiner Erzählungen das Hochwasser 1755. Und eine Postkarte von 1921 liefert immerhin einen fotografischen Beweis für ein Nuthe-Hochwasser: Sie zeigt den überfluteten Neuendorfer Anger im heutigen Babelsberg.

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