Berlin : Hochzeitsgesellschaft im Bunker

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„Tag und Nacht tobte der fanatische Häuserkampf um den Stadtkern von Berlin. Die tapfere Besatzung verteidigte sich in schwerem Ringen gegen die unaufhörlich angreifenden bolschewistischen Massen. Trotzdem konnte ein weiteres Vordringen des Feindes in einzelnen Stadtteilen nicht verhindert werden. Rittlings der Potsdamer Straße und am Belle Alliance Platz sind heftige Straßenkämpfe im Gange. Von Plötzensee aus zwängte sich der Gegner bis zur Spree durch.“

(„Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt… Der deutsche Wehrmachtbericht“, Biblio Verlag, Osnabrück 1982)

Hitlers Sekretärin erinnert sich: „Inzwischen ist das Konferenzzimmer zum Standesamt geworden, hat ein Standesbeamter, der von der nahen Front geholt wurde, das Ehepaar Hitler getraut, hat Eva bei der Unterschrift zum B angesetzt und musste erst darauf aufmerksam gemacht werden, dass ihr neuer Name mit H beginnt. Und in Hitlers Zimmer sitzt dann die Hochzeitsgesellschaft beisammen. Worauf werden sie ihre Sektgläser erheben? Um dem jungvermählten Paar Glück zu wünschen?“

(Traudl Junge: „Bist zur letzten Stunde. Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben“, List-Verlag im Ullstein-Buchverlag Berlin 2002)

Tagebuch eines Schneiders: „Das Haus Braunauer Straße 23 – uns gegenüber – von einem verrückten Naziweib in Brand gesetzt. nach wenigen Stunden vollkommen ausgebrannt und mit furchtbarem Getöse zusammengestürzt. – Die Schlacht um Berlin tobt weiter. (…) Russische Soldaten gehen in Haus und Wohnungen ein und aus, um zu rauben und zu plündern.“

(Aus: „Sehr selten habe ich geweint. Briefe und Tagebücher aus dem Zweiten Weltkrieg von Menschen aus Berlin“, Schweizer Verlagshaus, Zürich 1992)

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