Berlin : Höchste Alarmstufe in Brandenburg

Derzeit herrscht in Brandenburg die bislang höchste Waldbrandgefahr in diesem Jahr. "Eine achtlos weggeworfene Zigarette reicht schon aus, um einen ganzen Wald zu entzünden", sagte am Montag der Forstexperte Klaus Hagenberg, Referatsleiter im Agrarministerium, in einem Gespräch. Angesichts der zahllosen Wald- und Feldbrände in den vergangenen Tagen warnte er vor leichtsinnigem Verhalten.

Ein Drittel aller Waldbrände in Deutschland betreffen Brandenburger Gebiet. Seit vergangenem Freitag sind bei 24 Bränden 7,4 Hektar Wald vernichtet worden. Zudem wurden mehrere Hundert Hektar Getreidefelder vernichtet. Sandiger Boden und der hohe Nadelwald-Bestand, der bei 82 Prozent des Baumbestandes liege, ließen die Waldbrandgefahr besonders schnell ansteigen, sagte Hagenberg. Brandenburg rangiert mit 1,1 Millionen Hektar Wald an vierter Stelle der waldreichsten Bundesländer.

Die obere Schicht des Waldbodens könne Feuchtigkeit nur für kurze Zeit speichern. "Deshalb finden Feuer schon bei kurzen Trockenperioden ausreichend Nährboden", sagte Hagenberg. Die höchste Waldbrandwarnstufe vier herrschte am Montag mit Ausnahme der Kreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Potsdam-Mittelmark und Oder-Spree, wo die Warnstufe drei galt, in allen anderen Landkreisen.

"Etwas Nieselregen reicht nicht aus, um die jetzige Situation zu entschärfen", betonte Hagenberg. Das Wasser erreiche bei dichtem Wald nicht einmal den Boden. Ein starker Gewitterguss bringe zwar kurzzeitig etwas Entspannung. Aber wenn das Gras nicht ausreichend Wasser bekomme, herrsche binnen einer Woche wieder dieselbe Situation wie vorher. "Es muss schon intensiv und großflächig regnen."

In Brandenburg stehen 131 Wachtürme, die täglich 14 Stunden besetzt sind. Zudem patroullieren Flugzeuge. Rauchen und offenes Feuer sind im Wald verboten und Forstwege dürfen nicht von Autos befahren oder gar versperrt werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben