• Höhere Verluste als erwartet führen bei dem Berliner Gasversorger jetzt schon zu 400 Kündigungen

Berlin : Höhere Verluste als erwartet führen bei dem Berliner Gasversorger jetzt schon zu 400 Kündigungen

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Der Berliner Gasversorger Gasag wird auch in diesem Jahr sein selbstgestecktes Ergebnisziel verfehlen. Statt dem intern geplanten Verlust von 130 Mill. DM, sagte Gasag-Sprecher Klaus Haschker dem Tagesspiegel, werde der Verlust für das laufende Geschäftsjahr "aller Voraussicht nach bei 140 bis 150 Mill. DM liegen". Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 1998 hatte das Unternehmen seine Ergebniserwartungen von rund 50 Mill. DM (Verlust) auf rund 70 Mill. DM (Verlust) nach unten korrigieren müssen und schließlich mit einem negativen Ergebnis von 89 Mill. DM abgeschlossen.

Grund für die neuerliche Ergebniskorrektur sei die unerwartet hohe Neigung der Gasag-Mitarbeiter, noch bis zum Ende des Jahres zu kündigen und die sogenannte "Sprintprämie" mitzunehmen, sagte Haschker. Das einstmals im Berliner Landesbesitz befindliche Unternehmen hat seinen Mitarbeitern eine Sonderprämie von 100 000 DM angeboten, wenn sie bis Ende Dezember 1999 gekündigt haben und ab 2000 ihre Stelle freimachen. Der Gasag-Vorstand hatte zum Jahresanfang für diese Prämienzahlungen rund fünf Mill. DM zurückgestellt, also mit rund 50 Interessenten gerechnet.

Allein bis jetzt sind nach Angaben der Gasag allerdings schon mehr als 400 Vereinbarungen abgeschlossen worden. Bis zum Jahresende rechne man mit weiteren einhundert Interessenten, sagte Haschker. Das Abfindungsprogramm werde die Gasag somit rund 50 Mill. DM kosten. Die in diesem Jahr unerwartet hohen Sozialplanausgaben - die Gasag will bis 2003 rund 1000 von derzeit rund 2400 Stellen streichen - sind nach Angaben Haschkers mittelfristig "kein Problem, da wir spätestens 2000 bereits höhere Einsparungen bei den Personalkosten haben werden".

Neben der Kündigung mit Abfindungszahlung stehen den Mitarbeitern der Gasag beispielsweise auch die Überleitung in eine eigens gegründete Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft offen.

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