Berlin : Hoffen auf den Kanzler

Am 13. Februar findet der Berliner Presseball im Ritz-Carlton statt. Erstmals gibt es Mitternachtskarten zum Vorzugspreis

Elisabeth Binder

Der Berliner Presseball findet also doch statt, und zwar am 13. Feburar im Ritz- Carlton-Hotel. Dort wurde gestern auch das neue Konzept vorgestellt. Es ging dabei schon sehr originell los. Beim Presseball handele es sich nicht um eine „Veranstaltung zur Erheiterung gut angezogener Leute aus höheren Schichten“, sagte Justus Boehnke, der im Journalistenverband für den Sozialfonds zuständig ist. Zweck der Veranstaltung sei es vielmehr, Geld einzubringen für gute Taten an bedürftigen Journalisten und deren Angehörigen. Wenn man bedenkt, wie überaus freundlich sonst Leuten um den Bart gegangen wird, die zwischen 400 (Flanierkarte) und 490 Euro (Reservierter Tisch im Ballsaal) ausgeben sollen, wirkte dieser Einstieg erfrischend wie eine kalte Dusche. Die Veranstalter können es sich aber auch leisten. Die Tischplätze im Ballsaal und im Restaurantbereich sind bereits alle verkauft. Nur etwa 200 Flanierkarten gibt es noch. Mit den darf man sich auch mal hinsetzen, vor allem aber an den Büfetts so viel essen und trinken wie man mag. Und tanzen darf man natürlich auch. Tombola-Lose werden 10 Euro kosten, zu gewinnen gibt es Reisen. Das Motto des Balls ist „Russland“. Der russische Präsident Wladimir Putin kommt aber wegen der Wahlen nicht. Barbara Schöneberger wird moderieren, Angelika Milster wurde als „Top-Act“ engagiert, das Savoy Dance Orchester spielt zum Tanz und russische Künstler kommen natürlich auch.

Zu dem Ball – verbandsintern war wegen hoher Verluste in den Vorjahren heftig gestritten worden, ob er überhaupt stattfinden soll – werden 1500 bis 1600 Gäste erwartet, etwa 250 Prominente bekommen VIP-Einladungen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat sich schon im vergangenen August entschuldigen lassen. Der Ball findet am letzten Berlinale-Wochenende statt. Da wird er nicht der einzige mit Terminproblemen sein. Der Berliner DJV-Vorsitzende Alexander Kulpok hofft, dass der Bundeskanzler einspringt. Es sei eh höchste Zeit, dass der endlich mal wieder an einem Presseball teilnehme.

Als Spezialofferte für vielbeschäftigte Top-Politiker und arme Tanzsüchtige, gibt es in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit, Flanierkarten zum Preis von 150 Euro zu erwerben, die erst ab Mitternacht gültig sind. Dann gehen die ersten müden Honoratioren erfahrungsgemäß und schaffen Platz fürs Jungvolk.

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