Berlin : Hoffen und helfen

Christiane-Herzog-Stiftung lud zum Benefiz-Dinner für Mukoviszidose-Kranke.

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Es war eine spannende Mischung aus viermal K – Kunst, Kulinarischem, Klassik und Kabarett. Damit gelang es dem Vorstand der Christiane-Herzog-Stiftung, Rolf Hacker, Anne von Fallois und Markus Herzog, beim jährlichen Benefiz-Dinner Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur zum Mitbieten bei einer Kunstauktion zu motivieren. 110 000 Euro brachten Spenden und Versteigerung jetzt beim 14. Mal im „Hugos“ im Hotel Interconti ein.

Die Kunst war vertreten mit Werken unter anderem von Nikolai Makarov, Gustavo, Albrecht und Konrad Gehse, Sabine Dehnel, Birgit Brenner, Mia Florentine Weiss und Daniel Libeskind, der eine Skizze vom Jüdischen Museum zur Verfügung stellte. Aber auch ein Kochkurs bei Sterne-Koch Thomas Kammeier, ein „Formel-1-Tag“ mit dem Lotus-Team, ein Hauskonzert mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker oder eine Gruppentour auf einem Seenotkreuzer kamen unter den Hammer. Das kulinarische Highlight war ein Vier-Gänge-Menü von Thomas Kammeier etwa mit mariniertem Rinderfilet, Shiitake, Chili, gefolgt von Seeuteufel in Champagnersauce, einem westfälischen Bio-Huhn mit Topinambur und einer Perigord-Trüffelsauce. Wie im Vorjahr führte Grimme-Preisträger Andreas Lukoschik durch das Programm mit Solisten der Philharmoniker und verzichtete wie alle Künstler auf Gage. Politikkabarettist Florian Schroeder schaffte es sogar, dass sich das Publikum durch individuellen Applaus outete, wer welche Partei gewählt hatte. Nicht repräsentatives Fazit: die Mehrzahl CDU.

Unter das Motto „Mit Taten helfen“ hatte 1985 Christiane Herzog, die verstorbene Ehefrau des Ex-Bundespräsidenten Roman Herzog, ihr Engagement für Mukoviszidose-Kranke gestellt. 1997 wurde die Stiftung ins Leben gerufen. Mukoviszidose ist eine unheilbare, durch einen Gendefekt hervorgerufene Stoffwechselerkrankung. Etwa 8000 Menschen in Deutschland leiden daran. Durch den komplexen Verlauf sind Patienten auf eine interdisziplinäre Behandlung angewiesen, die so kein niedergelassener Mediziner anbieten könnte. 1999 hatte in Berlin das erste von fünf deutschen Christiane-Herzog-Zentren eröffnet. Aber nur in Berlin bietet die Einrichtung die Behandlung von Kindern und Erwachsenen an. Der Erlös des Benefiz-Abends kommt dem Zentrum zugute. „Ohne diese Unterstützung könnten wir das Angebot nicht aufrechterhalten“, sagt Doris Staab, die Leiterin des Zentrums an der Charité.

Die Stiftung finanziert Stellen für Ärzte, Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Sozialpädagogen, Pfleger und Forschungsprojekte. Sabine Beikler

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