Hoffnung : Berliner Veranstalter will Riesenradprojekt retten

24.03.2010 13:26 Uhr
Das Großprojekt Riesenrad am Bahnhof Zoo wankt schon länger. Im Februar 2010 fehlten den Investoren noch 70 Millionen Euro. - Foto: World Wheel Berlin
Das Großprojekt Riesenrad am Bahnhof Zoo wankt schon länger. Im Februar 2010 fehlten den Investoren noch 70 Millionen Euro. - Foto: World Wheel Berlin

Neue Chance für das Riesenrad: Der Berliner Veranstalter Peter Massine will das mit Finanzproblemen behafteten Projekt vor dem Scheitern bewahren. Er hat die bisherige Projektleitung auf einer Gesellschafterversammlung abzulösen. Die Anleger haben jedoch das Vertrauen verloren und fordern über Anwälten ihre Einlagen zurück.

Der Chef des Berliner Veranstaltungsunternehmens EquiArte GmbH & Co. KG, Peter Massine, will gemeinsam mit dem Hamburger Vermögensverwalter Jens Wehrhahn die Geschäftsführung des vom Scheitern bedrohten so genannten Riesenradfonds übernehmen. „Wir wollen die Riesenradprojekte in Berlin und Peking retten“, sagte Massine am Mittwoch der Nachrichtenagentur ddp. Sie könnten als „gewinnträchtige Tourismus-Magnete“ etabliert werden. Massine produziert unter anderem die Pferde-Show Apassionata. Inzwischen hätten sich „mehrere hundert Anleger“ des Global View Fonds hinter Massine und Wehrhahn geschart, fügte Massine hinzu. Rund 10 000 Anleger haben den Angaben zufolge insgesamt Anteile am Global View Fonds in Höhe von 208 Millionen Euro gezeichnet.

Ein großer Teil davon sei entweder „gegen die Prospektbedingungen oder widerrechtlich für Bank- und Vertriebsprovisionen ausgegeben worden“, ohne dass mit dem Bau der Riesenräder begonnen worden sei, kritisierte Massine.

Massine macht nach eigenen Angaben die derzeitigen Fonds-Geschäftsführer, die gleichzeitig Angestellte der Fonds-Bank Delbrück Bethmann Maffei seien, für die Finanzprobleme des Riesenradprojekts verantwortlich. Sie müssten auf einer jetzt einzuberufenden Gesellschafterversammlung durch ein bankenunabhängiges Management abgelöst werden. Die Fonds-Banken versuchten allerdings die seit sieben Monaten überfällige Versammlung hinauszuzögern, um eine öffentliche Diskussion über das Projekt zu vermeiden, ergänzte Massine. Der Unternehmer räumte noch eine weitere Schwierigkeit ein: „Unser größtes Problem ist derzeit, mit den übrigen Anlegern zu kommunizieren.“ Der große Teil der Anleger wird den Angaben zufolge inzwischen von Rechtsanwaltskanzleien vertreten, die die Rückzahlung der Einlagen ihrer Mandanten fordern.

Das Riesenrad in Berlin sollte am Bahnhof Zoo entstehen. Zur Realisierung des Projekts sind nach Massines Worten weitere 100 Millionen Euro notwendig: „Das Geld sollen die Fonds-Banken bereitstellen.“ ddp

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