Berlin : Hogwarts liegt in der Wuhlheide

Das FEZ hat sich für die Winterferien in Harry Potters Zauberschule verwandelt

Daniela Martens

Der Fuchskopf hängt fast im Reagenzglas. Der Riese Hagrid schiebt das ausgestopfte Tier, das um seinen Hals hängt, ein Stück zur Seite. Dann beugt sich der Zweimetermann mit den zu Berge stehenden Haaren noch tiefer über Professor Snapes Perücke. „Du stinkst aus dem Mund“, giftet der und konzentriert sich wieder auf seinen Zaubertrank aus Möhren-Rote-Beete-Saft, Senf und Lakritz.

Die beiden sind gerade in Lehrer Snapes „Labor“ im unheimlich grün beleuchteten Keller des Freizeit- und Erholungszentrums Wuhlheide. Das hat sich zum fünften Mal für die Winterferien in Harry Potters Zauberinternat verwandelt. Wie in der berühmten magischen Schule aus der Romanreihe können Kinder dort mystische Wesen, Zauberkunde, die Aufzucht magischer Geschöpfe, die Gebräuche der „Muggel“ studieren. Und sogar Quidditch trainieren, den wilden Sport auf dem Besen. Insgesamt 25 Fächer stehen auf dem Lehrplan. Jeden Morgen um 10 Uhr 30 beginnt der Unterricht, samstags um 14 Uhr. Zaubersteine sollen die Schüler sammeln und viel Kraft für die „Guten Mächte“, bis nächsten Sonntag haben sie dafür noch Zeit.

Professor McGonagall hat gerade noch ein bisschen Schminke aufgelegt, jetzt huscht sie mit raschelnden Gewändern in ihre Klasse, um Verwandlungszauber zu unterrichten. Alles ganz stilecht. Etwa 30 Erwachsene und 30 Jugendliche sind in die verschiedenen Rollen geschlüpft. In Kostümen empfangen sie die Berliner Schüler, 15 000 waren es im vergangenen Jahr.

Manchmal gibt es allerdings kleine Abweichnungen. Aus Harry Potters Gegenspieler ist im FEZ ein Mädchen geworden – Draconia Malfoy. Sie beugt sich gerade über Snapes andere Schulter, um auch einen Blick auf den Experimentiertisch zu erhaschen. Dabei wirft sie dem fellbehangenen Hagrid einen feindlichen Blick zu. „Hagrid gehört zur falschen Seite, was will der denn eigentlich hier im Slytherin-Flügel“, sagt Draconia Malfoy. Wie J.K. Rowlings Hogwarts ist auch das FEZ in vier Häuser aufgeteilt. Und Schüler der verschiedenen Gruppen sind sich nicht nur in ihren Büchern spinnefeind. „Verschwinde“, zischt Draconias Gefolgsmann Gregory Goyle einem anderen 14-Jährigen im schwarzen Umhang durch seine vorstehenden Zähne zu. „Es ist schwierig, die Mitspieler abends aus ihren Rollen zu holen“, sagt Hagrid. Und auch er selbst geht vollkommen in seiner Rolle als Gegner Snapes auf. „Wir wollten doch so gerne ins gleiche Haus“, sagt die elfjährige Marlene enttäuscht. Gerade hat sie der überdimensionale Pappmaché-Hut, der die Kinder den Häusern zuteilt, von ihrer Freundin Marie-Theres getrennt: zu Gryffindor die eine, zu Ravenclaw die andere.

Eintritt: 2 Euro, Informationen unter www.fez-berlin.de

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