Berlin : Hoher Besuch

Christian van Lessen

freut sich über eine fast päpstliche Visite Nach Köln kommt Papst Benedikt XVI. im August, zum Weltjugendtag. Auch kurz nach Bonn. Nicht nach Berlin. Sollen wir uns nur damit trösten, dass vor bald zehn Jahren Amtsvorgänger Johannes Paul II. an die Spree kam? Er hätte, wenn wir ehrlich sind, damals eine herzlichere Begrüßung verdient. Wir können, nein, wir werden den zurückhaltenden Empfang von früher beim Nachfolger irgendwie wettmachen. Denn schon jetzt erreicht uns ein päpstlicher Bote, um den uns Köln und auch Bonn beneiden. Die Welt wird auf Berlin blicken, auf die Potsdamer-Platz-Arkaden, die zur heiligen Halle werden. Denn „Er“ kommt schon am Freitag, und er bleibt bis zum 17. Juli. Und er wird, ein Unberührbarer, auf dem Podest hinter Glas stehen und Tausende werden sehnsüchtige Blicke auf ihn werfen und die päpstliche Nähe spüren. Der alte VW-Golf, bis letzten Januar auf den Namen von Joseph Ratzinger zugelassen, dann verkauft, kürzlich für 189 000 Euro von einem amerikanischen Spielcasino ersteigert, rollt an. Startet, wie es heißt, seine Welttournee“. Geht es, fragen wir, auch hier ums Geld? Zahlt das Center für den umsatzfördernden Zeugen des Papstes? Nein, wird streng versichert. Eine so profane Frage, das hätten wir wissen müssen, verbietet sich bei so einem heiligen Gefährt nun wohl von selbst.

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