Berlin : Hollywood auf dem Potsdamer Platz

Die Gästeliste der Berlinale liest sich wie ein Auszug aus dem „Who is Who“ des internationalen Films. Nicole Kidman und Jude Law kommen ebenso wie die Alt-Stars Jack Nicholson und Nick Nolte.

Anne Seith

Sie werden stolzieren, vielleicht hasten oder auch nur gehen: die Stars, die zur diesjährigen Berlinale über den roten Teppich ziehen. Das Star-Aufgebot des Jahrgangs 2004 weckt berechtigte Hoffnungen auf ein strahlendes Filmfestival.

Ein Glanzlicht ist Schauspielerin Nicole Kidman, die auch im vorigen Jahr schon in der Stadt war und dieses Jahr das Bürgerkriegsepos „Cold Mountain“ vorstellt, mit dem die Festspiele am 5. Februar eröffnet werden. Sicherlich werden dann vor allem Berliner Singles den roten Teppich säumen: Die blonde Australierin hat sich gerade von Sänger Lenny Kravitz getrennt, und auch Filmpartner Jude Law – frisch geschieden von Schauspielerin Sadie Frost – soll zum Berlinale-Auftakt erscheinen. Kidman und Law werden wahrscheinlich Abstand zueinander halten. Schließlich will man ja nicht erneut Gerüchte nähren – Kidman war im letzten Jahr gerichtlich gegen eine Zeitung vorgegangen, die den Schauspielerkollegen eine Liaison unterstellte.

Das nötige Quäntchen verruchtes Flair wird mit Jack Nicholson, der in „Something’s gotta give“ einen alternden Playboy spielt, auf den Premieren–Partys einziehen. Und natürlich mit Vorzeige-Raubein Nick Nolte. Dass der 62-Jährige, der wegen seiner Alkoholprobleme oft Schlagzeilen machte, den glitzernden Rahmen der Berlinale durch ausufernde Trinkgelage sprengen wird, steht allerdings nicht zu befürchten: Nachdem er vor zwei Jahren wegen Fahrens unter Drogeneinfluss zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt wurde, schluckt er einem Interview zufolge inzwischen nur noch Vitamintabletten.

Insgesamt liest sich die Liste der Berlinale-Gäste wie ein „Who is Who“ des internationalen Kinos. Juliette Binoche hat sich angesagt, die in „Country of my Skull“ mitspielt, außerdem kommen Cate Blanchett, Julie Delpy, Ethan Hawke und Julie Depardieu, die Tochter von Gérard Depardieu. Ehrengast ist die Sängerin Mirjam Makeba, deren Heimat Südafrika neben Südamerika einen Themenschwerpunkt auf der Berlinale (siehe www.berlinale.de) bildet.

Nicht zu übersehen dürfte ein anderer Promi sein: Bud Spencer will seinen nach wie vor beeindruckenden Leib über den Teppich hieven. Der Schauspieler, sonst bekannt durch eher schlagkräftige Rollen, zeigt sich diesmal ungewohnt zahm. Er spielt in „Singing behind the Screens“ des italienischen Regisseurs Ermanno Olmi mit, dessen Markenzeichen poetische Filme sind.

Die Voraussetzungen sind also gut, dass die Berlinale der februartrüben Stadt ein glamouröses Leuchten verleiht. So wie im vorigen Jahr, als ein ungewöhnlich großer Schwarm internationaler Superstars in Berlin einflog – und sich nicht etwa hinter Hotelmauern versteckte. Nicolas Cage feierte damals in der Stadt die Nächte durch, Dustin Hoffman ließ in der Discothek „90 Grad“ die Tanzfläche vibrieren und George Clooney plauschte dort mit der Klofrau. Also Augen auf! Ab dem 5. Februar trifft man das Gesicht, das um die Ecke die Auslagen des Zeitungskiosks schmückt, möglicherweise unverhofft in natura beim Italiener oder im Nachtclub.

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