Berlin : Hollywood im „Pups“

Erst ging Angelina Jolie in Tempelhof in die Luft, dann tobte auch Brad Pitt mit im Indoorspielplatz

Annette Kögel

„Touch Heaven“, steht auf dem Plakat im Flugvorbereitungsraum des Airport Tempelhof – und die Aufforderung, den Himmel zu berühren, nahm Angelina Jolie wörtlich. Gemeinsam mit Lebensgefährte Brad Pitt saß die Schauspielerin – ausgebildete Pilotin – mit ihrem englischsprachigen Fluglehrer während des Berlin-Urlaubs in dem kleinen Zimmer vorm Wettercomputer. Das Paar hatte Freitag erfolgreich Gerüchte gestreut, es reise ab, um dem Rummel zu entgehen – doch Sonnabendfrüh munkelte man in Tempelhof, Jolie sei doch noch da und wolle erneut in die Luft gehen gen Baltic Ocean. Der Mann am Flughafen-Infoschalter – „Jolie-Fan schon lange vorm Film ,Tomb Raider’, gerade weil sie kein Zuckerpüppchen ist“ – musste aber Neugierige enttäuschen, mittags keine Spur vom Pärchen in Schwarz mit dunklen Sonnenbrillen. Da nämlich machten Mama Angelina und Wahlpapa Brad den Adoptivkindern Zahara und Maddox eine Freude und besuchten den Kreuzberger Indoorspielplatz „Pups“ an der Kochstraße.

Und zwar schon zum zweiten Mal, wie sich Chefin Claudia Langhammer freute. Donnerstag sei die „natürliche, sympathische Familie mit keineswegs verwöhnten Kindern“ schon mal dagewesen. Es gibt für Promi-Gäste einen Hintereingang, doch die Jolie-Pitts kamen auch gestern ganz normal durch den Haupteingang – nur die Fotografen wurden wieder freundlich herausgebeten. Eintritt zu verlangen, das wäre den „Pups“-Leuten doch kleinlich vorgekommen, und so tobte Brad mit Maddox gratis auf der Rutsche.

Einer jener Berliner, der Angelina Jolie in Tempelhof näherkam, ist Thomas Schüttoff, Fluglehrer der neuen Tempelhofer Flugschule „Berlin Aviators“. Die beiden da im Flugraum sehen diesem berühmten Hollywoodpaar total ähnlich, dachte er – und begriff: Sie sind es. Da eine Schwangerschaft Flugärzten zufolge kein Hindernis sei und Frau Jolie mit eigenem Fluglehrer in die nagelneue einmotorige Cirrus mit 310 PS und 350 Stundenkilometer Spitze einstieg, störte sie wohl der Sechsmonatsbauch wenig, im Gegenteil. Das Kind muss sich mitgefreut haben in der 500 000-Euro-Kunststoff-Maschine über Hightechbildschirme und die Sicht runter auf Berlin, Germany. Und wenn doch was schiefgehen sollte, verfügt die Cirrus sogar über einen Fallschirm, der sie sicher zu Boden schweben lässt. Die Oscar-Gewinnerin, EntwicklungshilfeAktivistin, UN-Botschafterin und Tattooträgerin hat offenbar nachzuweisende Flugstunden absolviert. Schüttoff zufolge wurde Angelina Jolie „von einigen Medienleuten verfolgt wie früher Charles Lindbergh“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben