Hollywood-Star in Berlin : Matt Damon rettet mal wieder die Welt

Während Matt Damon in Berlin mit Clooney drehte, warb er auch für den Science-Fiction-Film „Elysium“. Im Soho House plauderte der Hollywood-Star über seine aktuellen Filmprojekte.

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In "Elysium" (Kinostart 15.August) spielt Matt Damon einen tätowierten finsteren Action-Helden. Zum Interview erschien er eher brav.
In "Elysium" (Kinostart 15.August) spielt Matt Damon einen tätowierten finsteren Action-Helden. Zum Interview erschien er eher...Foto: picture alliance / dpa

Den ersten Lacher gibt’s gleich am Anfang der Fragerunde: Wie es sich anfühlt, Michael Jackson zu küssen, will ein Journalist von Matt Damon wissen. „Wie kommen Sie denn darauf?“, prustet der los. „Also, gegen das Gerücht muss ich gleich Einspruch erheben!“ Allgemeine Erheiterung bei den Journalisten. Gemeint hatte der Frager Michael Douglas, Damons Filmpartner in „Behind the Candelabra“. Der spielt darin den Glamourpianisten Liberace, während Damon in dem im Oktober startenden Biopic die Rolle des jüngeren Liebhabers übernommen hat.

Aber an diesem warmen Nachmittag im Soho House in der Torstraße soll es um einen ganz anderen Film gehen, und der könnte von der Las-Vegas-Glitzerwelt der Siebziger nicht weiter entfernt sein: Im düsteren Science-Fiction-Spektakel „Elysium“ (Kinostart: 15. August) schreibt man das Jahr 2154. Auf der überbevölkerten Erde herrschen Armut, Verwahrlosung, Dreck und Krankheit, während sich die Reichen auf dem künstlichen Planeten Elysium niedergelassen haben. Von dort aus steuern sie das Leben auf der Erde per Knopfdruck und Touchscreen. Höchste Zeit für einen Helden wie Max, der die Erde vor dem völligen Untergang bewahrt: klarer Fall für Matt Damon.

„Mir war sofort klar, dass ich bei ,Elysium’ mitmachen will“, sagt Matt Damon, der offensichtlich in Plauderlaune ist. Er habe sofort zugesagt – ohne anfangs zu wissen, worum es in dem Film gehe. Er suche sich seine Projekte nicht nach dem Drehbuch, sondern nach dem Regisseur aus: „Wenn der gut ist, weiß ich, dass auch der Film gut wird.“ Regisseur Neill Blomkamp, 33 Jahre alt und Südafrikaner, war durch sein Langfilmdebüt, den Überraschungserfolg "District 9" von 2009, bekannt geworden. „Mit ihm hätte ich auch ein Vater-Sohn-Nachkriegsdrama ohne Budget gedreht.“ Doch statt dessen ist es „solch ein großer Action-Spaß“ geworden, dessen Kosten auf 90 Millionen Dollar geschätzt werden.

Schwierig seien nur die Kampfszenen mit Filmpartner Sharlto Copley gewesen, erzählt Damon. Der Südafrikaner spielt seinen Kontrahenten, den fiesen Soldaten Kruger, der auf der Seite der Reichen kämpft. „Unsere Kampfanzüge waren so groß und schwer, dass wir völlig das Körpergefühl verloren haben“, sagt Matt Damon, der glattrasiert, mit angegrautem Seitenscheitel und Hornbrille à la Honecker so gar nicht nach Action-Max, sondern fast brav aussieht. Eine Erklärung für den strengen Look könnten die – mittlerweile abgeschlossenen – Berliner Dreharbeiten zu dem Weltkriegsdrama „The Monuments Men“ sein, dem Projekt seines Kumpels George Clooney. Dafür hatten sich die beiden gleich für längere Zeit in dem hippen Privatclub an der Torstraße einquartiert.

Inzwischen sind die beiden wieder weg, und man fragt sich, was Matt Damon eigentlich die ganze Zeit gemacht hat. Während Clooney des Öfteren in angesagten Restaurants in Mitte und Kreuzberg gesehen wurde, blieb Damon im Verborgenen. Kein Wunder, dass er so gut wie nichts über die Stadt erzählen kann, obwohl der heute 42-Jährige schon vor zehn Jahren während des Drehs für "Die Bourne Verschwörung" ein halbes Jahr hier gelebt hat. Danach kam er immer mal wieder zu Filmpremieren in die Stadt. Trotzdem muss er bei der Frage nach seinem Berliner Lieblingsort ganz schön lange überlegen. „In der Charlottenstraße habe ich während der Bourne-Dreharbeiten am längsten gewohnt, deshalb kenne ich die Gegend wohl am besten... die, äh, und vielleicht die Gegend um das Brandenburger Tor“, kommt es etwas zögerlich. Während des Drehs zu „The Monument’s Men“ sei er nicht so viel ausgegangen. Immerhin, ein bisschen deutsches Kulturgut hat er abgekriegt: „Ich habe schon mehr Nutella gegessen, als gut für mich ist.“

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