Holocaust-Mahnmal : Junge-Reyer: "Tourismusmeile" nur vorübergehend

Die umstrittenen Bretterbuden am Holocaust-Mahnmal werden nach Auskunft der Stadtentwicklungssenatorin nur für eine befristete Zeit dort aufgestellt. Die "Pavillons" müssten nach drei Jahren der geplanten Wohnbebauung weichen.

Berlin - Die umstrittene Pavillon-Ladenzeile am Holocaust-Mahnmal in Berlin soll nur vorübergehend stehen bleiben. Das betonte die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer (SPD), in einer Antwort auf eine Anfrage der Abgeordneten Gabriele Hiller (Linkspartei). Die noch im Bau befindlichen Pavillons, die wegen ihrer ungewöhnlichen Ausmaße als «Tourismusmeile» in die Kritik geraten sind, müssten für die dort geplante künftige Wohnbebauung nach drei Jahren wieder entfernt werden.

Das allgemeine Wohngebiet an diesem Ort lasse jedoch Läden, Schank- und Speisewirtschaften zu, sagte Junge-Reyer in der am Donnerstag vom Abgeordnetenhaus veröffentlichten Antwort. Der Bezirk Mitte habe die Pavillons bauaufsichtlich genehmigt. Nach Auskunft des Bezirks habe die Denkmal-Stiftung die temporäre Bebauung ausdrücklich begrüßt, «um im Umfeld des Denkmals eine geordnete Situation entstehen zu lassen».

In der Vergangenheit hatte es bereits Kritik an einzelnen Bartwurstbuden und Andenkenhändlern neben dem Mahnmal gegeben, woraufhin die Errichtung einer durchgehenden Pavillonzeile beschlossen worden war. Gegen die jetzige Pavillonmeile hat der Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden in Euro um Lea Rosh «moralische Bedenken» wegen des Ausmaßes der Ladenzeile angemeldet. Der CDU-Kultursprecher im Abgeordnetenhaus, Uwe Lehmann-Brauns, bemängelte einen «skandalösen Umgang» mit dem würdigen Standort. (tso/dpa)

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