Holocaust-Opfer : FU erhält Zugang zu riesigem Video-Archiv

Die Freie Universität Berlin hat als erste Einrichtung außerhalb der USA elektronischen Zugang zu einem der größten Video-Archive über Holocaust-Opfer. Das Archiv umfasst 52.000 Interviews.

Berlin - Das Archiv des "Shoa Foundation Institute for Visual History and Education" der University of Southern California umfasst rund 52.000 Video-Interviews mit Zeitzeugen und Überlebenden des Holocaust in 32 Sprachen und aus 56 Ländern. "Geschichte besteht nicht nur aus Zahlen und Fakten, sondern auch aus persönlichen Lebenswegen und Schicksalen - und genau diese dokumentiert das Archiv", sagte FU-Präsident Dieter Lenzen bei der ersten Präsentation des Archivs. Die Interview-Sammlung biete den zahlreichen Forschungsprojekten und Lehrveranstaltungen an der FU völlig neue Quellen.

Douglas Greenberg, Direktor des Shoah Foundation Institute, betonte: "Eines der wichtigsten Ziele unseres Instituts ist es, den Zugang zu dem Archiv einem möglichst großen und breiten Publikum zu ermöglichen." Die FU spiele dabei nun europaweit eine Vorreiterrolle.

Entstanden ist das Visual History Archive durch eine Initiative des US-Regisseurs Steven Spielberg während der Dreharbeiten für den Film "Schindlers Liste". Ein Großteil der Interviewten sind Überlebende des Holocaust: Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas und politisch Verfolgte. Aber auch Helfer, Retter, Befreier und Zeugen der Befreiung wurden befragt. Bislang verfügen vier US-Universitäten über einen elektronische Zugang zu dem Archiv. (tso/dpa)

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