Berlin : Homo-Ehe: Berliner Standesämter schließen erste Ehen

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In den Standesämtern werden heute die ersten "Homo-Ehen" geschlossen. Denn zum 1. August ist das Gesetz zur Lebenspartnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare in Kraft getreten. Sie können also ihre Lebenspartnerschaft in den Standesämtern offiziell eintragen lassen. Damit sichern sie sich ähnliche Rechte und Pflichten wie Ehepartner zu. In einigen Amtern, wie denen in Tempelhof-Schöneberg oder Charlottenburg-Wilmersdorf ist der Andrang groß. Dort werden die ersten Lebenspartnerschaften gleich heute offiziell bestätigt. Andere Ämter, in Mitte oder Friedrichhain-Kreuzberg zum Beispiel, führen heute Sondersprechstunden durch.

Zum Thema Online-Umfrage: Spiegelt das Ja zur Homo-Ehe die Stimmung in der Bevölkerung wider? Doch noch Anfang der Woche stifteten die von der Senatsinnenverwaltung herausgegebenen Durchführungsvorschriften Verwirrung. Am Donnerstag der vergangenen Woche hatte die Verwaltung den Standesamtsleitern mitgeteilt, dass die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft nur dann geschlossen werden kann, wenn beide Partner vorher beim Notar waren, um sich den Lebenspartnerschaftsvertrag und eine Erklärung über das Güterrecht bescheinigen zu lassen. Das stimmt nicht. Inzwischen habe man die Leiter der Berliner Standesämter über das Missverständnis informiert und den Sachverhalt richtig gestellt.

Demnach müssen nur noch die Paare zum Notar, die sich vermögensrechtlich für einen Lebenspartnerschaftsvertrag entscheiden. In einem solchen Vertrag kann zum Beispiel Gütertrennung festgelegt werden. Paare, die nicht einen solchen Vertrag beim Notar abgeschlossen haben, leben automatisch in einer Ausgleichsgemeinschaft zusammen. Diese funktioniert dagegen wie die Zugewinngemeinschaft in der Ehe, bei der ein in der Ehe erwirtschafteter Überschuss im Falle der Trennung geteilt werden muss. In beiden Fällen muss den Standesämtern keine Notarbescheinigung vorgelegt werden, weil ihnen die Kontrolle der güterrechtlichen Einigung nicht obliegt.

Als erstes Berliner Paar wollten heute morgen um neun Uhr die Wilmersdorferinnen Angelika Baldow und Gudrun Pannier zum Schöneberger Standesamt gehen. Sie haben sich von vornherein für das Zusammenleben in einer Ausgleichsgemeinschaft entschieden. Unterdessen gratulierte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zwei Männern aus Charlottenburg, die ebenfalls zu den ersten homosexuellen Berlinern gehören, die ihre Lebenspartnerschaft beurkunden lassen. In einem persönlichen Brief beglückwünschte er sie für ihre Standfestigkeit und ihren Mut, sich einer teilweise noch kritischen Öffentlichkeit zu stellen.

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