Homophobe Mails : Gewerkschaft kritisiert Polizeipräsident

Die Polizeigewerkschaft wirft Polizeipräsident Dieter Glietsch vor, falsche Prioritäten zu setzen. Glietsch hatte wegen abfälliger Äußerungen seiner Beamten über Schwule den Dialog gesucht. Zum völlig falschen Zeitpunkt, meint die Gewerkschaft.

Die Gespräche, die Polizeipräsident Dieter Glietsch wegen schwulenfeindlicher Äußerungen mit einzelnen Beamten führt, werden von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) kritisiert.

Gesellschaftspolitik sei derzeit nicht die vorrangige Aufgabe der Polizei, sagte der DPolG-Landeschef Bodo Pfalzgraf. Wegen der Besuche des irakischen Premierministers Nuri al Maliki und des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama hätten die Beamten andere Sorgen. „Die Kollegen können nicht verstehen, dass sie nicht mehr aus den Stiefeln kommen und zeitgleich Gespräche über den Regenbogen geführt werden.“

Am 25. Juni hatte Glietsch erstmals eine Regenbogenflagge vor dem Präsidium hissen lassen, um zur sogenannten Pride Week die Bereitschaft der Polizei zu signalisieren, Homosexuellen ohne Vorbehalte zu begegnen. Anschließend machten jedoch abfällige Äußerungen über Schwule im polizeiinternen E-Mail-Verteiler die Runde. Glietsch bestellte deshalb 29 Beamte zum Gespräch ein. Disziplinarverfahren habe es nicht gegeben. Glietsch wolle jedoch mit den Beamten über Diskriminierung von Schwulen und homophobe Gewalt reden, hieß es bei der Polizei. Pfalzgraf sagte dazu, er begrüße zwar grundsätzlich Gespräche des Präsidenten mit seinen Mitarbeitern, Glietsch solle jedoch „die Kirche im Dorf lassen“. Schließlich habe der Polizeipräsident selbst die Ursache für die E-Mails gesetzt. tabu

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