• Horst Köhler hat ein Herz für Obdachlose Bundespräsident schreibt für Straßenzeitungen

Berlin : Horst Köhler hat ein Herz für Obdachlose Bundespräsident schreibt für Straßenzeitungen

Tanja Buntrock

Den „wirklich Bedürftigen, nicht den Bequemen“ will Bundespräsident Horst Köhler helfen. Dabei scheint er die Obdachlosen besonders ins Herz geschlossen zu haben. Vor allem diejenigen, die trotz ihrer schwierigen Lebenssituation etwas tun: So wie die Verkäufer der Straßenzeitungen. In seinem Weihnachtsgrußwort an die Wohnungslosen, das Berliner Obdachlosenzeitungen wie „Motz“ und „Straßenfeger“ veröffentlicht haben, schreibt Köhler: „Wir finden Menschen in sozialen Notlagen, die gewiss nicht die besten Chancen von Kindesbeinen an hatten, die das Unglück getroffen hat oder deren Kraft nicht immer gereicht hat. Aber sie ’machen mit’: Sie bemühen sich, so weit ihre Kraft reicht, und sie sind alles andere als bequem.“

Als Horst Köhler, der promovierte Ökonom und einstige Chef des Internationalen Währungsfonds, sein Amt in Berlin antrat, verband damit manch einer eher die Erwartung sozialer Kälte als Unterstützung der Obdachlosen. Aber der neue Bundespräsident machte sich schnell einen Namen – auch bei denen, die auf der Straße leben. Am Tag nach der „Tafel der Demokratie“, zu der Köhler 1400 Deutsche im Juli zum Speisen ans Brandenburger Tor eingeladen hatte, schenkte der Bundespräsident eigenhändig die übrig gebliebene Suppe an Obdachlose aus. Zusammen mit Sänger Frank Zander fuhr Köhler damals zur Bahnhofsmission am Zoo und schwang die Suppenkelle. Auf die Idee hatte ihn Zander bei der „Tafel der Demokratie“ gemacht. „Ich bin der Präsident aller Deutschen. Dazu gehören auch die Obdachlosen“, hatte Köhler damals gesagt. Die Bedürftigen waren begeistert.

Auch Köhlers Vorgänger, Johannes Rau, hat während seiner Amtszeit zum Jahresende ein Grußwort an alle Straßenzeitungen gesandt, um den Kauf dieser Zeitungen zu unterstützen: Weil man damit Menschen unter die Arme greife, die auf der Straße leben – und die sich nicht nur passiv helfen ließen, wie er im vergangenen Jahr schrieb.

Berlins Obdachlosenzeitungen erscheinen alle 14 Tage. Sie kosten jeweils 1,20 Euro – davon gehen 80 Cent an die wohnungslosen Straßenverkäufer. Finanziert werden die Zeitungen durch den Verkauf, durch Spenden und Einnahmen durch Annoncen.

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