Hospizdienst : Leben bis zuletzt

Der ambulante Hospizdienst der Malteser hilft todkranken Kindern und deren Angehörigen.

Hadija Haruna

„Warum gerade wir?“, diese Frage stellen sich Eltern todkranker Kinder immer wieder. Angst und Ohnmacht sind deren ständiger Begleiter. Nicht selten fühlen sie sich mit ihrer Situation allein gelassen. Der „Ambulante Malteser Kinderhospizdienst“ unterstützt unheilbar kranke oder schwerbehinderte Kinder, die vermutlich nie das Erwachsenenalter erreichen werden, und deren Familien. Das Angebot bietet keine stationären Plätze an, sondern „die ausgebildeten Ehrenamtlichen besuchen einmal die Woche die Familien und begleiten sie auch nach dem Tod der Kinder“, sagt Kinderhospizdienstleiterin Antje Rüger.

Die Helfer sollen die Eltern und Kinder im Alltag entlasten. „Sie sprechen mit ihnen, gehen einkaufen oder begleiten sie bei Behördengängen oder beim Arztbesuch“, sagt Rüger. Besonders wichtig sei es dabei, auf die Bedürfnisse der Geschwister der kranken Kinder zu achten. „Die Sorge der Eltern richtet sich meist völlig auf das kranke Kind. Das Gesunde wird benachteiligt, auch wenn die Eltern das gar nicht wollen.“

Spielen, basteln, Ausflüge unternehmen: Viele Eltern könnten es gar nicht fassen, dass sie kostenlos entlastet würden. Nach einem Gespräch vermitteln die Malteser die Familien mit einem passenden Helfer im Alter zwischen 21 und 66 Jahren. „Wir haben fast nur weibliche Ehrenamtliche“, sagt Rüger. Zehn Familien mit acht kranken Kindern und deren Geschwistern werden derzeit von den Ehrenamtlichen betreut. Die Familien sind deutscher, russischer, libanesischer und algerischer Herkunft. „Es sind hauptsächlich Kinder, die an einer Immunkrankheit leiden, schwer behindert sind oder einen genetischen Defekt haben.“ In zwei Familien sei das Kind bereits gestorben.

Im vergangenen September hat der Hilfsdienst mit zwölf Ehrenamtlichen begonnen, sein ambulantes Hospizangebot auf Kinder und Jugendliche auszuweiten. 14 weitere Freiwillige haben jetzt den zweiten Ausbildungskurs begonnen, der 76 Unterrichtsstunden und ein 40-stündiges Praktikum umfasst. Sie werden ab Juni Familien betreuen. Ein Dritter Ausbildungskurs ist für nächstes Jahr geplant.

„Ich habe Respekt vor der Aufgabe, aber keine Angst“, sagt Celia Haberstroh, die gerade den Kurs absolviert. Bereits ihre Mutter habe mit Schwerbehinderten gearbeitet. Im Oktober wird Haberstroh ihr Studium im Fach Erziehung und Bildung im Kindesalter beginnen. Die Arbeit hier sieht sie als eine Aufgabe, „die sicher auch gut für meine persönliche Entwicklung ist.“ Hadija Haruna

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